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Nov 05

LCHF Podcast: Money Money Money

By LCHF Institut | LCHF Podcast

Ist LCHF teuer? Geben wir mit dem Lebensstil Low Carb High Fat mehr Geld aus – beim Einkauf, bei den zusätzlichen Geräten oder auch zusätzlichen Nahrungsergänzungsmitteln?

(Starte Abba im inneren Ohr…): In unserem 19. Podcast „Money, Money, Money“ sprechen wir über LCHF und die Kosten – ist es wirklich teurer, LCHF zu leben, so wie es oftmals von Einsteigern wahrgenommen wird?

Annika entwickelt die Idee, eine Spartipp-Liste aufzuschreiben. Das halte ich für sehr sinnvoll, denn nicht jeder kann so unbedarft und ohne scharfes Rechnen zum Einkaufen gehen wir – das wird in diesem Podcast sehr deutlich.

 

Hintergrundinformationen zu diesem Podcast findest Du im LCHFblog

 

SHOWNOTES

Ausdrücklich empfehlen wir Rebecca Treudes Facebook-Gruppe „Simply LCHF -lecker abnehmen muss nicht teuer sein…“

Danys Erfolgsgeschichte mit einer großen Portion Entspanntheit und Wertschätzung für sich selbstkannst Du hier lesen.

Annes und Annikas Buchreihe „LCHF pur“ startet durch

Wie es sich anfühlt, lang angestrebte Projekte auf dem Weg zu haben wie z.B. den kostenlosen Videokurs aus der reihe RAN ANS FETT :)

 

Diese LCHF Folge zum Nachlesen

Kathrin: Dann gehen wir mal los… Herzlich willkommen, endlich mal wieder, im LCHF Podcast! Mit …Annika!

Annika: …mit Kathrin!!! (beide gleichzeitig). Das ist zu lange her, wir sind nicht mehr im Flow…

Kathrin: Doch, wir sind voll im Flow. Zumindest habe ich eben gedacht “Oh ha, sie ist ja schon richtig im Flow”. Du wolltest schon loslegen und ich dachte nur “Oh, lass erstmal auf den Aufnehm-Button drücken” und dann habe ich das gerade mal gemacht. Wie geht es Dir? Super, dass wir endlich mal wieder zusammen sprechen in unserem Podcast, der unter der Überschrift “Money, Money, Money” steht.

Aber, bevor wir über’s Geld reden: Wie geht es Dir?

Annika: Mir geht es jetzt richtig gut! Das Wetter könnte natürlich noch zur Laune mitspielen, aber ansonsten geht es mir sehr, sehr gut. Ich habe eine ganz entspannte Woche hinter mir. Ich habe am Montag die Tochter für’s Studium weggezogen und da haben wir sie da abgeliefert. Deshalb habe ich mir die Woche weitestgehend frei genommen und habe mein Leben ein wenig neu sortiert, also in Gegenständen und das hat mir sehr gut getan. Außerdem übe ich an der Schlafhygiene, das heißt, ich versuche tatsächlich abends gegen 21 Uhr in Richtung Bett zu segeln und wenn ich nur lese oder ich mich nur entspanne. Und das tut mir auch sehr gut. Ich kann das nicht mehr, dieses bis 1 Uhr nachts und morgens um 6 Uhr wieder aufstehen. Im Moment brauche ich ein wenig Ruhe und es geht mir tatsächlich sehr, sehr, sehr gut.

Kathrin: Du klingst auch so und Du klingst aufgeräumt.

Annika: Ja, das bin ich auch. Und ich habe neues Internet Wohooo.

Kathrin: Eine wichtige Botschaft für uns als Podcaster: Annika hat ein neues Internet und tatsächlich konnten wir uns gerade eben angucken ohne dass sie ruckelte, man verstand sie noch ganz gut.

Annika: Achtung: Ich hatte parallel das Internet auf! Das ist genial. Ich muss sagen, wir hatten vorher eine Leitung mit 1,6 Mbit. Telekom, schönen Gruß – Das war es mit euch! Wir haben jetzt eine mit über 80. Ich hoffe, dass sich das nachher auch im Ton niederschlägt.

Kathrin: Es wird, es wird…

Annika: Ja, ich denke auch. Jajajaja und wie geht es Dir?

Kathrin: Mir geht es super! Ich habe nicht so eine entspannte Woche hintere mir, wie Du und ich habe auch tatsächlich vorletzte Woche aufgeräumt. Deswegen erinnere ich mich da auch noch dran, aber die Folgen sind schon wieder… also, es ist schon wieder übergespült hier zuhause. Aber, ich hatte eine schöne inspirierende Woche mit einem tollen Workshop im Social Media Bereich, B2B und das war total inspirierend für mich auch, für mein eigenes Marketing. Das ist ja immer schön, wenn Leute einen dafür bezahlen, dass man selber inspiriert wird.

Annika: Wie, Moment! Die Leute bezahlen Dich, damit …

Kathrin: Damit ich da raus gehe und denke “Wow, das waren aber viele schöne Ideen, die ich jetzt auch mitnehme!” Die haben auch tolle Ideen bekommen und haben mir auch tolles Feedback zurückgegeben, aber mir hat es auch noch einmal ein paar gute Ideen gegeben. Grundsätzlich geht es mir gut. Wir haben ja eine lange Phase hinter uns, wo wir nicht gesprochen haben. Deswegen werden wir, denke ich, gleich auch noch ein wenig ausholen. Nicht nur auf die letzten Wochen blickend, sondern auch auf die letzten Monate, weil da auch viel passiert ist, was LCHF angeht.

Vielleicht kannst Du uns da noch einmal abholen? Du hast jetzt wie viele Bücher draußen – 4?

Annika:  Mit “Entpuppt” 5.

Kathrin: Aber von der neuen Reihe?

Annika: Ja, genau.

Kathrin: Ja, ich rede über die neue Reihe, saisonal und glücklich, denke ich immer, wenn ich es sehe.

Annika: LCHF Pur.

Kathrin: LCHF Pur, genau. Saisonal, regional…

Annika: Saisonal, lecker, gesund.

Kathrin: Die Bibliothek bei mir wächst auch. Ich habe mich auch sehr gefreut: Danke für die Ausgabe, die dann einfach so kam! Aber ich bin auch fleißige Käuferin und Empfehlerin und find es ganz toll, wie ihr es umsetzt.

Annika: Ach, ich muss ja erzählen, ne? Wir haben gestern Nachricht bekommen, dass der Verlag Books on demand, tatsächlich drei unserer Bücher mitnimmt auf die Frankfurter Buchmesse und die da ausstellen wird. Das ist jetzt natürlich so eine Ehrennummer, ne? Und Anne wollte sowieso zur Frankfurter Buchmesse, die wird sich das dann auch alles aus der Nähe angucken.

Kathrin: Die muss ein Selfie machen davor!

Annika: Ja genau, so ein Selfie. Bis der Podcast ausgestrahlt wird, ist das noch nicht, glaube ich, aber es ist natürlich eine riesen Nummer, wenn Du auf einmal hörst “Wir stellen eure Bücher aus” und dann direkt drei!

Kathrin: Ja, weil es eine tolle Reihe ist und weil es appetitlich aussieht, hallo?!

Annika: Ja, ja, ich bin auch sehr, sehr glücklich mit den Büchern. Das macht riesig Spaß. Ich habe tatsächlich im November, Dezember schon im Kasten und weil wir da auf die Weihnachtszeit zugehen, war es auch ein bisschen persönlich. Weil sowohl Anne als auch ich haben unser persönliches Weihnachtsmenü mit drin.

Kathrin: Toll!

Annika: Vier Gänge. Das hat richtig Laune gemacht. Ein bisschen Schiss habe ich vor Januar, Februar, weil irgendwie ist da saisonal, regional nicht so viel.

Kathrin: Werden wir denn die Spielarten des Kohls entdecken?

Annika: Nee, ich habe schon gesagt: Im Januar machen wir alle Diät.

Kathrin: (lacht)

Annika: Ab Januar nehmen wir alle ab. Da gibt’s nichts mehr zu essen. (lacht) Das macht echt Laune. Aber eine Sache war wohl schlecht letzte Woche: Ich habe nämlich mir meinen Mayo-Abend wieder zerlegt, nachdem der gerade wieder heile war. Das passt aber ganz gut in das Thema, wie es dazu kommen konnte. Bevor wir aber loslegen soll ich Dir ganz herzlich einen Gruß bestellen von Granny Rose. Granny Rose ist Mitglied bei uns im Forum – ich glaube, ich habe schonmal über sie gesprochen – und sie hat gesagt, ich soll Dir einen lieben Gruß bestellen. Sie ist nämlich diejenige, die unseren ganzen Links-Deals, unsere Podcast-Links immer im Forum setzt, wenn jemand etwas braucht und sagt dann “Hey schau mal, hier ist der Link zum Podcast. Den musst Du Dir anhören”. Sie ist jetzt auch spezialisiert auf Deine YouTube Videos.

Kathrin: Sehr gut! Was?

Annika: Jetzt gehen nicht nur die Links zum LCHF Podcast rum, sondern “Den Videokurs zu LCHF mit Kathrin Koehler, den musst Du Dir unbedingt mal ansehen!” (lacht) Und ich habe schon gewitzelt und gesagt, dass wir sie beim nächsten Mal mit in den Podcast nehmen. Da wurde sie aber ganz murbe.

Kathrin: Dann grüße sie mal herzlich zurück, Granny Rose. Ist das ihr Forum-Name?

Annika: Ja, genau. Und jetzt frag mich bitte nicht, wie sie in echt heißt.

Kathrin: Nee, ist ja egal. Wir finden sie ja auch nur unter Granny Rose im Forum. Das wird für mich eine kleine Challenge: Ins Forum gehen, Granny Rose suchen und mich mal ordentlich bedanken dafür.

Annika: Ja, dann tu das auch mal. Da wird sie sich riesig freuen.

Kathrin: Ja, also jetzt schon mal hier: Danke Granny! Das freut mich total und das ist rückblickend tatsächlich auch das, was mich über den Sommer bewegt hat. Ich habe die erste Videokursreihe zu Low Carb High Fat, die kostenlosen Videos “Wie geht eigentlich LCHF” – das ist ja ein Anspruch, den ich im Institut habe, das frei zur Verfügung zu stellen, damit man weiß, wie man grundsätzlich da vorgeht. Das habe ich letztes Jahr, Anfang des Jahres, eingesprochen….

Annika: Jaaa, da erinnere ich mich noch!

Kathrin: Und die hatten dann irgendwann 2.000 Abrufe bei YouTube, was ich schon super fand. Man kann sich bei mir auf der LCHF-Institut.de Seite in den Verteiler eintragen und dann kriegen die einen ordentlichen Abruf und liegen bei Youtube. Ich habe darauf immer gutes Feedback bekommen und viele, die in RAN ANS FETT sind, haben diese Videos auch als Grundlage geguckt und ich habe sie auch selber im Kurs liegen für diejenigen, die neu in den Kurs gestolpert sind und noch gar nichts gelesen oder gesehen haben.

Annika: Ja, dann hast Du erstmal Grundlagenwissen und die fragen nicht mehr.

Kathrin: Genau und grundsätzlich, wenn man den kostenlosen Videokurs geguckt hat und wenn man bei mir das erste Modul durchgearbeitet hat, dann kommen auch in der Facebookgruppe nicht mehr die ganz grundsätzlichen Anfängerfragen, was ja dann auch für alle, die jetzt schon drei Jahre lang LCHF machen in der Gruppe, auf Dauer ein bisschen umständlich ist. Deswegen sind sie bei Dir tendenziell etwas genervter als bei mir, weil man bei mir erstmal durch diese Einflugschneise geht.

Annika: Ja, bei mir steht dann immer “Könntest Du erst einmal die festgetackerten Dateien lesen?” Da ist dann schon so ein Ton drin.

Kathrin: Genau. Ich vermeide das dadurch und ich habe mir aber auch diese Videokurse angeguckt und ich lerne ja auch dazu. Ich selber bin umgezogen, ich werde auch ein Jahr älter – ich muss jetzt nicht jedes Jahr diese Kurse einsprechen, aber irgendwie dachte ich, das war ein guter erster Aufschlag, aber den möchte ich nochmal machen. Das dauert etwa 1,5 Tage, diese drei bis fünf Folgen aufzunehmen und jetzt frag mich mal, wann ich die übrig habe. Hm?

Und das habe ich irgendwann mal im Sommer geschafft, als ich in meine neuen Büroräume gezogen bin, denn ich wollte unbedingt diesen schönen Hintergrund haben.

Annika: Das ist aber… Entschuldigung! Jetzt muss ich aber mal kurz… Ich habe ja den Film gesehen: Also, so ein schönes Büro!

Kathrin: Ja, genau. Ich fühle mich da auch mege wohl und das musste dann mit in den Hintergrund. Dann habe ich dort die Sommerpause genutzt. Niemand war im Büro und fühlte sich durch mich gestört. Dann habe ich die Anlage angeschmissen, Lichter aufgebaut und habe eben endlich nach einem halben Jahr diesen LCHF-Videokurs eingesprochen und freue mich wahnsinnig über das neue Feedback. Es ist jetzt einfach ein anderer Zungenschlag drin und da bin ich happy, dass ich das über den Sommer geschafft habe.

Annika: Das kann ich jetzt einfach gucken oder was?

Kathrin: Ja genau. Das können wir auch in den Shownotes verlinken.

Annika: Ja bitte, weil ich kenne ihn ja gar nicht. Du filmst da einfach so Sachen und ich kenne die nicht! (lacht)

Kathrin: Genau, Du schreibst ja auch einfach Bücher (beide lachen) und bist sehr beschäftigt und ich mache halt nebenbei andere Spässken, hehe! Das packen wir alles in die Shownotes und wenn Anne dann schon hat, dann auch das Selfie von der Buchmesse. Schöne Grüße an Anne!

Annika: Ja, da freut sie sich bestimmt. Es ist total schön mit ihr zusammenzuarbeiten.

Kathrin: Das glaube ich.

Annika: Wir sind echt ein gutes Team. Ich hätte nicht geglaubt, dass das so geschmeidig laufen kann, aber tatsächlich passen wir da extrem gut zusammen und wir sind auch richtig stolz, ne?

Kathrin: Das könnt ihr auch auf jeden Fall sein, toll! Echt, da könnt ihr stolz auf euch sein.

Ja, abere endlich habe ich das gemacht! Wenn Du so Sachen hast… Wenn Du Deine Rezeptbücher schreibst, dann steht das ja auch auf der To Do Liste schon ein bisschen länger und jetzt ist es endlich soweit. Das ist dann ja immer ein tolles Gefühl, wenn man es dann macht, endlich.

Annika: Ja, da habe ich noch so ein paar Sachen auf der To Do Liste….

Kathrin: Oh ja, diese To Do Liste darf ich eigentlich nicht so oft vornehmen, weil dann ist man immer ein bisschen frustriert, dass man sie nicht so schnell schafft.

Annika: Ja, das wollte ich gerade sagen.

Kathrin: Aber wenn man dann zurückblickt und sieht, was man dann geschafft hat, das muss man eben auch genauso machen. Da kann man richtig fett stolz sein.

Annika: Ja, hast Du auch so eine To Do Liste, wo Du durchstreichst, sodass Du siehst, was Du geschafft hast? Weil manche haben sie auf dem Rechner und dann löschen sie es weg. Ich habe das noch auf Papier und ich streiche es dann richtig durch. Dann hast Du hinterher, wenn Du dann siehst, was Du schon alles durchgestrichen hast, das gibt einem ein besseres Gefühl.

Kathrin: Ich mache es noch anders: Ich schreibe täglich auf, was ich in den Stundenslots, die ich habe, machen werde und wenn ich es gemacht habe, streiche ich es ganz dünn durch, aber ich male ein Herz daneben und nachher sind da ganz viele Herzchen.

Annika: (lacht) So wie früher in der Grundschule – da haben wir Fleißmerkchen aufgeklebt.

Kathrin: Ja und die Herzchen male ich aus und dann freue ich mich. Dann habe ich wieder ganz viel geschafft.

Annika: (lacht) Das klingt gut. Wenn Du soundsoviel Herzchen zusammen hast, dann bekommst Du eine Belohnung?

Kathrin: Oh ja, ich belohne mich genug in meinem Leben. Da muss man sich keine Gedanken machen (lacht)

Annika: Ja, das ist bei mir so ein Ding. Da versuche ich gerade ein bisschen daran zu arbeiten, dass ich mich belohne. Weil irgendwie zischt die Woche vorbei und irgendwie denkst Du hinterher “Und für Dich selbst?” Deshalb ist für mich dieses mit dem Schlafengehen und mit dem Runterfahren schon total schön.

Kathrin: Sehr gut. Ja fein, dann haben wir uns und alle Hörer einmal grundsätzlich upgedated: Es geht uns gut. Wir können noch reden. Wir finden noch Worte. Wir haben viel geschafft im Jahr…

Annika: Ja, wobei ich bin wohl erkältet. Falls ich husten muss, ich kündige das schon mal an. Ich habe ja den ruhigsten Urlaub meines Lebens in Lappland verbracht, weil ich nämlich erstmal krank war und dann hat mein Mann sich einen Hexenschuss gezogen. Also, so wenig sind wir noch nie gegangen, gewandert, dazwischen hat es auch noch geregnet. Ich habe den Sommer echt auf dem Sofa vorm Ofen verbracht, aber da bleibt im Zweifel immer noch so ein kleiner Resthusten und das immer dann, wenn er nicht soll.

Kathrin: Zur Not drücken wir es weg. Dafür ist die Technik ja da. Money Money Money…. must be funny…(singt) Das dürfen wir glaube ich noch singen. Da kriegen wir noch keine Rechteprobleme. Einspielen dürfen wir es nicht, aber… puhuu.

Wir haben ja neulich überlegt, was die neuen Podcastthemen werden und ganz oben auf unser beider Liste stand die immer wieder währende Diskussion, ob denn LCHF so eine wahnsinnig teure Angelegenheit ist, weil man ja erstmal ganz viele neue Dinge anschaffen muss; weil man ja ganz anders einkauft; weil man ja plötzlich viel mehr in Bio-Qualität investieren muss und es streunert immer wieder durch’s Internet – bei euch wahrscheinlich auch mal im Forum als Diskussion? Denke ich, oder? Oder ist das beendet?

Annika: Ja, nicht so. Da gibt es den einen oder anderen Thread zu, aber es sind ja auch nicht nur die Lebensmittel. Ich denke, es ist ja für Leute, die vorher gerne Fertigprodukte und Fastfood usw. gegessen haben. Da geht es auch um die ein oder andere Anschaffung, was Geräte angeht. Nicht Geräte, aber eine stabile Eisenpfanne oder die obligatorischen Spiralschneider – Werkzeug halt, gute Messer und so ein Zeug halt. Das braucht man ja sonst so nicht.

Kathrin: Wenn man sozusagen aus der Tüte lebt oder immer nur eine Pizza in den Ofen schiebt – das stimmt. Gut, so waren wir noch nie drauf. Wir haben immer schon viel selbst gekocht, deswegen ist bei uns die Küchenausstattung einfach da. Das war bei uns nicht so.

Annika: Du hast Dir keinen Sprialschneider gekauft, seit Du LCHF machst?

Kathrin: Doch, im vierten Jahr LCHF habe ich ihn mir zugelegt.

Annika: Und Du hast Dir keinen Slowcooker gekauft, seitdem Du LCHF machst?

Kathrin: Doch, aber ich habe ihn mir tatsächlich im vierten Jahr zum Geburtstag schenken lassen und zwar die Variante für die Hand, weil ich gar keinen Platz in meiner Küche habe, um dieses Gerät unterzubringen. Ich habe letztens bei meiner Mutter entdeckt, dass die so einen mega Lurch mit so einer Kurbel hat. Das fand ich total großartig.

Annika: Ja genau. Also keinen Lurch, ich habe den vom Konkurrenz-Unternehmen.

Kathrin: Genau, Gefro habe ich in der Hand – Zack, zack, zack, hole ich aus der Schublade, sprialisiere das in die Pfanne und fertig is… Und dann habe ich beim Kurbeln auch noch Kalorienverbrauch.

Annika: Ja gut, die anderen müssen auch kurbeln. Es ist jetzt nicht so, als wenn Du bei den anderen Geräten nicht kurbeln musst. Da musst Du auch noch einspannen.

Kathrin: Aber das ist ja eine Einmalanschaffung. Als geschlossene Betriebswirtschaftlerin sage ich Dir: Das geht echt unter in den Kosten, während die laufenden Kosten, wie Bio-Fleisch, Bio-Gemüse gefühlt teurer ist. Wenn ich auf den Markt gehe, das weiß ich, was dieses Budget angeht, natürlich gar keinen Sinn macht, weil auf dem Markt ist nochmal alles teurer. Aber: Ich kaufe gute Laune.

Annika: Ja, da kaufst Du ja das Flair mit.

Kathrin: Das ist wirklich, wie Wellness für die Seele. Auf den Markt gehen, die Leute kennen einen – das ist gerade in Berlin nicht zu unterschätzen – es gibt ein Schmätzchen, es gibt einen Kaffee und es gibt dieses total nette Gefühl.

Annika: Echt? Zelebrierst Du das?

Kathrin: Ja, total. Also immer mal wieder.

Annika: Echt? Ich nicht. Ich geh dahin und sage “Gib mir einen Salat”. Nein, das ist schon schön da. So ein Markt hat natürlich seinen Flair. Bei uns ist das glaube ich noch eine Selbstverständlichkeit, dass es Märkte gibt und da ist unheimlich viel los in Jülich. Der findet auch dreimal die Woche statt. Von daher: Das ist für mich so… ich fahre dann auch noch zum Metzger. Das ist wie ein Geschäft, aber ein offenes. Wir haben ja diesen hübschen Bio-Bauernhofmarkt, da kaufe ich mein Gemüse eigentlich auch lieber. Das ist ein Minisupermarkt in einem kleinen Gestüt.

Kennst Du Green Bag? Das habe ich jetzt von Bioland entdeckt. Das ist eine Wundertüte. Das kommt jede Woche, ist Family, kostet 12,95 € und da sind dann vier bis fünf Sorten Bio-Gemüse drin.  

Kathrin: Genau. Das habe ich hier vom Ökohof Tralala… Das ist eine grüne Box und die wird mir dann vor die Türe gestellt. Gut, dass Du mich daran erinnerst. Das mache ich im Sommer nicht, weil ich dann viel draußen bin und wir auch an den Wochenenden viel unterwegs sind, aber die grüne Box könnte ich jetzt im Winter mal wieder abonnieren. Da bekommt dann immer wieder auch ein bisschen Inspiration, die man eigentlich nicht kaufen würde und dann muss man irgendwas mit der Knolle machen.

Annika: Du weißt immer eine Woche vorher was da kommt und Du kannst Dir dann immer überlegen, ob Du das haben möchtest. Fenchel ist zum Beispiel nicht meins und wenn das da drin ist, dann kaufe ich die Tüte nicht. Da hast Du also eine “Vorschau”, aber letztens war es Pak Choi, Salat, Spitzkohl, Möhren, Champions und Hokaido.

Kathrin: Alles gut.

Annika: Du machst dann schon was anderes, als Du nach Vorliebe machen würdest.

Kathrin: Räumen wir mal das Pferd von vorne auf: Gibst Du mit LCHF mehr Geld aus?

Annika: Das glaube ich nicht. Tatsächlich muss ich zugeben: Ich weiß es gar nicht, weil ich habe vorher nicht Buch geführt und ich führe jetzt auch nicht Buch, aber mehr Geld nicht, weil das würde ich merken. Man kauft anders ein. Ich finde zum Beispiel Fertigprodukte gehen ordentlich ins Geld. Dieses Gesnacke zwischendurch geht ordentlich ins Geld. Wenn man unterwegs ist und Süßigkeiten isst, geht das ordentlich ins Geld. Das fällt ja nun alles weg. Stattdessen kocht man handfest selber und von den Mengen her ist es eigentlich so, wegen der Energiedichte isst man schon weniger.

Kathrin: Bei der Energiedichte meinst Du, dass Du tatsächlich solche guten Lebensmittel isst, die einen hohen Energiefaktor pro Gramm…

Annika: Nee. Du hast ja einen höheren Fettanteil und Fett hat doppelt so viele Kalorien, als Kohlenhydrate und Proteinen und von daher ist die Menge eigentlich… Guck mal: Ein Klötzchen Butter von 10 Gramm ist ja fusselklein. Jetzt mach aber mal 10 Gramm Feldsalat. Ich finde, von der Menge her isst man weniger und man isst auch seltener, wenn man satt ist.

Kathrin: Ja. Es sind nicht mehr die weltberühmten drei großen Mahlzeiten plus zwei Snacks zwischendurch, sondern im Zweifel zwei plus noch eine Kleinigkeit.

Annika: Genau. Was die Diskussion angeht, ob das alles immer Bio sein muss, da sage ich ganz klar: Bio ist für mich eine Sache, da schaue ich nach, aber ich muss das glauben können. Ich glaube nicht an rote Zwiebeln aus Ägypten. Das ist mein Lieblingsbeispiel. Da kann noch so Bio draufstehen. Das ist für mich dann auf jeden Fall schon nicht mehr regional. Weißt Du?

Es gibt auch sehr gute deutsche Zwiebeln und viele Bauern, die jetzt auch ihre Felder nicht überdüngen oder sonst was machen, die haben gar kein Bio-Label. Das kostet dann nämlich auch noch Geld und ist glaube ich ziemlich aufwendig. Wir haben hier Bauern, da wächst das Unkraut einen Meter zwischen dem Gemüse. Die sind den ganzen Tag am Hacken, haben aber kein Bio-Label. Aber glaub mir mal: Das ist eigentlich Bio.

Wie machst Du denn das – guckst Du nach Bio?

Kathrin: Ja, ich gucke beim Einkauf drauf und versuche es, aber ich bin selber nicht dogmatisch. Ich esse ja auch woanders und ich…, ne? Da weißt Du es nicht und wenn es nichts anderes gibt, dann kaufe ich auch nicht Bio. Ich strebe es an und gebe mir Mühe. Wir haben es ja im Vorgespräch gehabt. Wieviel gebe ich im Monat aus? Wir sind jetzt beide nicht die Excel-Tabellen-Führer, was das Haushaltsgeld angeht… Ich glaube, ich sollte das auf jeden Fall tun, weil es immer gut ist, den Cashflow zu verfolgen…

Annika: Na gut, aber dann weißt Du auch nicht, was Du vorher bezahlt hast.

Kathrin: Nee, ich weiß es auch nicht. Genauso wie Du habe ich das auch, wir sind uns da ähnlich. Ich habe den Eindruck, dass es eben auch gut investiertes Geld ist und sage selbst: Wenn es 5 € pro Woche teurer wäre, dann finde ich es gut investiertes Geld und werde eher überlegen, dass das in meinen Treibstoff, in meine Gesundheit geht. Da würde ich nicht sagen: “Diese 5 € müssen wieder weg”, sondern ich würde mich fragen, wo ich diese 5 € an anderen Stellen sparen kann, um das zu ermöglichen. Das ist mein Gedankengang. Jedes Geld, was ich auf einem Markt oder in einem Supermarkt ausgebe, das hinterfrage ich nicht wirklich, denn ich finde das ist grundsätzlich wichtig. Oftmals bin ich erschrocken, wenn ich sehe, wie günstig Dinge angeboten werden, wo ich weiß: Das kann nicht gut sein. Es kann nicht gut sein, Fleisch für 0,99 € zu kaufen. Da zucke ich zurück, wo viele hingreifen, weil sie natürlich ein Budgetthema haben und sparen müssen. Da habe ich für alle Verständnis, die da unterwegs sind und dann ist es eben so. Dann vielleicht aber lieber auf das Stück Fleisch verzichten und lass die Eiweißquelle eine andere sein. Das ist dann vielleicht doch die Makrele oder die Forelle aus dem Kühlregal die bessere Eiweißquelle. Das denke ich dann oft, weißt Du? Das schiebe ich manchmal hinterher, wo ich denke: Ach, wenn mich Fleisch am Tresen nicht anmacht, dann nehme ich lieber die Bio-Forelle oder der Hüttenkäse.

Annika: Wo gibt es denn Bio-Forelle?

Kathrin: Bio-Forelle gibt es bei mir im Supermarkt.

Annika: Ja gut, ich esse nicht so oft Forelle. Da habe ich noch nie drauf geachtet.

Kathrin: Das kann ich Dir nur empfehlen, oder auch Makrele.

Annika: Du wohnst ja auch in Berlin, ne? Da muss ich echt mal drauf achten.

Kathrin: Ja, guck mal. Auch den Bio-Lachs, das gibt es ja alles. Das kostet halt 1 € mehr, aber dann weiß ich, das ist wirklich geprüft. Beim Fisch gibt es sowieso Endlos-Diskussionen, die führe ich auch mit meinem Mann. Ist es besser den Wildlachs zu haben, der aber vielleicht mit Schwermetallen aus dem Meer verseucht ist oder die Zuchtnummer, die dann irgendwie gepäppelt ist? Das ist in der heutigen Welt glaube ich Pest odere Cholera.

Annika: Ja, das ist wirklich schwierig. Aber wenn wir jetzt über Spartipps reden: Ich muss Dir mal ganz ehrlich sagen, ich hänge immernoch am Markt. Ich finde den Markt teuer und ich möchte jetzt nicht irgendwas unterstellen, aber ich glaube, die kaufen das auch einfach nur im Großhandel, genau wie die meisten anderen Gemüseläden auch. Wenn das jetzt kein ausgeschriebener Biostand ist – also, mein Biohof, wo ich immer hingehe, die haben da auch Demeter und Bioland…

Kathrin: Also, der Großstand, der auf dem Markt steht sozusagen, ne?

Annika: Ja, das ist halt die Frage. Ich glaube, Du bezahlst den Euro extra alleine für das Marktflair.

Kathrin: Ja absolut! Da gehe ich voll mit.

Annika: Also sind wir jetzt schon an dem Punkt, wenn man sparen möchte…

Kathrin: … dann geh nicht auf den Markt.

Annika: Das wäre dann nicht das Pflaster, wo ich einkaufen würde.

Kathrin: Nein, das machen wahrscheinlich auch die, die auf den Euro gucken müssen, eher nicht. Das ist so.

Annika: Was ich denke, wo relativ viel Sparpotenzial ist, ist sich zu informieren, was gerade Saison hat. Da geben natürlich meine Kochbücher wieder super Tipps (grinst). Aber, es gibt natürlich Sachen, die sind dann relativ günstig.

Kathrin: Das merkt man tatsächlich immer daran, wenn Dir die Zucchini hinterhergeschmissen wird oder sie dann einfach dort liegt. Das ist schon deutlich.

Annika: Ja genau. Ich habe ja zum Beispiel auch Pflanzen im Garten und das ist natürlich toll, weil sie selber gemacht sind, aber die werden natürlich üblicherweise dann auch reif. Das ist nicht unbedingt eine Geldersparnis, weil Du hast viel Arbeit reingesteckt und so, aber in dem Moment, wo die Zucchinis im Garten reif werden, dann bekommst Du sie auch hinterhergeworfen. Oder die Tomaten – wenn die reif werden… sie schmecken natürlich anders, sind halt selbstgemacht, aber so eine richtige Geldersparnis… Nö. Also, wenn Zeit auch Geld wäre.

Kathrin: Nee, klar.

Annika: Saisonal ist eine ganz tolle Sache, wenn man ein bisschen Platz hat. Wenn die Zwiebeln zum Beispiel alle reif werden, dann sind die auch sehr günstig und Zwiebeln lassen sich gut lagern.

Kathrin: Ja.

Annika: Wenn man immer mal wieder ein Auge drauf wirft, dass die Faulen nicht dazwischen hängen bleiben oder Möhren. Oder wenn man einen Tiefkühlschrank hat, dann kann man auch clever Gemüse einkaufen, blanchieren und einfrieren. Ich weiß es nicht, aber ich glaube das Gemüse in den Tüten, das ist bestimmt auch teurer, als wenn Du es in der saisonalen Zeit frisch einkaufst und einfrierst.

Kathrin: Ja.

Annika: Man muss dann aber auch Gefriertruhen haben. Das ist natürlich das nächste Problem – hat nicht jeder. Ich weiß auch von einigen, die haben diesen Einzelhaushalt mit dem klassischen 3*** Gefrierfach. Dann wird es schwierig.

Kathrin: Genau. Bei uns wird es schon schwierig, wir haben keine Gefriertruhe, weil wir jetzt in einer Wohnung in Berlin sind und den im Keller zu haben, finde ich, ist ein weiter Weg. Man könnte da eine hinstellen, das hatten wir auch mal überlegt, aber wir haben ein dreifach Gefrierschrank unter dem Kühlschrank und das Ding ist eigentlich zu voll mit Sachen, die dringend mal raus müssen.

Annika: Vor allen Dingen muss man da auch wieder ein bisschen überlegen, weil eine Gefriertruhe verbraucht weniger Strom als ein Gefrierschrank. Aber wenn Du das machen möchtest: So ein Teil kostet Geld, ein ganz altes kaufen lohnt sich nicht, weil die fressen noch mehr Strom. Also muss sich das ja auch rentieren. Wenn ich da unglaublich viel Strom investiere und das nicht nutze bzw. das dann im Einkauf eigentlich billiger bekomme. Wenn ich immer saisonal frisch kaufe, dann habe ich eigentlich immer etwas im Angebot. Und wenn das im Januar und Februar nur Knollen und ein bisschen Kohl ist, dann ist es halt zwei Monate so. Um so mehr freut man sich, wenn es dann wieder etwas Neues gibt.

Kathrin: Wenn es wieder losgeht, ja.

Annika: Ich habe die Gefriertruhe in erster Linie für Fleisch.

Kathrin: Du kommst ja mit nem halben Lamm um’s Eck.

Annika: (lacht) Ich kaufe erstmal bei umliegenden Produzenten Fleisch. Der Metzger meines Vertrauens hat ja auch einen Angebotszettel. Der hat super Fleisch. Und wenn dann da steht, dass Rinderhackfleisch im Angebot ist, dann kaufe ich da auch mal drei oder vier Kilo, portioniere das und friere es ein. Da kannst Du auch gut Geld sparen, wenn Du nicht immer … Als wir meine Tochter in Trier abgesetzt haben, durften wir einen Damhirsch abholen und der kam dann in relativ großen Stücken. Dann sitzt Du aber auch dran. Ich habe Montagabend zwei Stunden gesessen und geschnitten, portioniert und eingefroren und am nächsten Tag dann auch noch weiter. Da habe ich mir den Arm verzockt, ne?

Kathrin: Ach dabei!

Annika: Ja klar, Du greifst das Messer, weißt Du? Das musst Du immer schön festhalten und an dem Knochen langziehen.

Kathrin: Das ist ja richtig archaisch.

Annika: Ja klar, das ist auch richtig Arbeit. Aber auch da ist das wieder so: Ich weiß wo der her ist, ich weiß, wo der gelebt hat, ich weiß was der zu essen bekommen hat, weil ich die Leute persönlich schon ziemlich gut kenne. Jetzt im November bekomme ich ein Lamm. Das sind jetzt keine Babys, sondern das ist schon ausgewachsen. Das muss auch portioniert und eingefroren werden und dann bekomme ich noch fünf Hühner, die draußen gelebt haben. Die wiegen dann auch 3 Kilo das Stück.

Kathrin: Das schmeckst Du denen auch an, ne?

Annika: Ja, die sind etwas fester im Fleisch und wie gesagt, die sind voll ausgewachsen, wiegen drei Kilo das Stück. Das ist eine spezielle Sorte, was das Fleisch angeht. Ein halbes sind das auch 1,5 Kilo und da essen mein Mann und ich zwei Tage von und dann machst Du noch Geflügelsalat oder so.

Dann habe ich halt das Fleisch im Kühlschrank, das habe ich mir bei meiner Tante abgeguckt. Die macht das wohl mit Rehen und Elch. Aber das sind meine Vorräte und Kräuter aus dem Garten, schön frisch eingefroren, die habe ich immer. Nicht getrocknet, sondern frisch. Aber da denke ich: Wenn man die Möglichkeit hat, da kann man schön Geld sparen. Da sagt man dann “Ja, Du wohnst aber auf dem Land. Da tun sich die Quellen auf”, aber ich glaube, wenn man sich umhört, dann glaube ich, dass ihr in der Stadt bestimmt auch sehr gute Quellen habt, wenn ihr genauer hinschaut.   

Kathrin: Auf jeden Fall und weißt Du: In der Stadt hast Du gute Quellen. Das kannst Du ja einfach googeln, wo was gedealt wird, in den Markthallen. Und wir sind ja viel draußen in Brandenburg und der Brandenburger an sich kauft ja….

Annika: Der ist viel Fleisch, ne?

Kathrin: Der ist viel Fleisch, aber der legt seine Gartenerzeugnisse gerne auf den Betonzaun, stellt eine Spardose daneben und sagt “Diese Mörderzucchine kostet 3 €” und dann steht da mit Edding auf der Zucchini….

Annika: Entschuldige, aber eine Mörderzucchini würde ich nie kaufen. Die hat ja dicke Kerne und so.

Kathrin: Ja, aber welche ich davon kaufe ist ja egal. Er legt sie halt dahin und Du kannst halt ein Körbchen Tomaten kaufen, Du kannst Blümchen kaufen, Eier kaufen und das mache ich mittlerweile da alles. Die Eier kommen bei mir nur noch über den Gartenzaun. Da kenne ich die Hühner persönlich.

Annika: Ja, was Eier angeht, war ich ja tatsächlich schon immer pickig und das ist ein Faktor. Das kostet Geld. Ich bezahle für 10 Eier 4,50 € und wir verbrauchen ungefähr 1,5 Pakete, also 10 – 15 Eier pro Woche.

Kathrin: Das ist das Geld aber einfach wert, also entschuldige!

Annika: Ja, vor allem musst Du mal überlegen: Wie viele Eier sind eine Mahlzeit. Sagen wir mal, wenn 10 Eier 4,50 € kosten, dann ist ein Ei 0,45 €. 3 Eier sind eine Mahlzeit, dann bin ich bei 1,30 € oder so, ein bisschen Butter, ein bisschen Sahne und ich habe ein super Rührei!

Kathrin: Wir haben hier einen Fischer um’s Eck, draußen in Brandenburg, wo man auch Räucherfisch und so kaufen kann, und der hat auch Hühner und die Hühner scharren unter einer Streuobstwiese – kriegen wahrscheinlich auch noch hin und wieder Fisch (lacht), nein, sie kriegen halt Streuobst…

Annika: … das würdest Du schmecken!

Kathrin: Ja, aber die haben teilweise eine grüne… Man erkennt immer, dass es die Eier vom Fischer sind, wenn die eine grüne Hülle haben.

Annika: Das ist dann aber eine spezielle Hühnerart.

Kathrin: Genau. Und wenn das grüne Ei drin ist, dann ist es eben von ihm. Er verkauft auch Eier aus dem Dorf. Und diese Eier, die sind der Oberhammer! Weil eben Streuobst. Alles was da an guten Sachen reinkommt, das merkst Du.

Annika: Ja genau. Wir haben nämlich in Jülich so ein Mobile Chicken Home. Das ist dann wie ein Bauwagen, drum herum ein ziemlich großer Zaun, die stehen auf Wiesen und dann wird dann alle paar Tage das ganze Mobile Home versetzt, damit die wieder frisch kratzen können. Das ist auch kein Bio – verstehst Du? Deswegen sage ich immer: Bio ist für mich nicht immer der Obergarant für irgendwas. Wenn ich wirklich wert darauf lege, dass es gutes Zeug ist und bereit bin, das zu zahlen, dann Demeter. Da kannst Du mit mir reden, aber Bio heißt für mich jetzt noch nicht so viel.

Kathrin: Zu dem Thema hatten wir noch gebrainstormed: Was tatsächlich wertvoll und auch einen Blick wert ist, einfach mal bei Facebook in die Gruppen gucken, oder?

Annika: Ja. Ich winke mal zu Betty, Du kannst ja mitwinken.

Kathrin: Ich winke auch mit, hallo Betty!

Annika: Sie hat ja die Gruppe – jetzt kommt’s wieder: Simply LCHF.

Kathrin: “Lecker abnehmen muss nicht teuer sein”, ja.

Annika: Genau. Die Gruppe ist schon ganz schön groß geworden, dafür dass es sie noch gar nicht so lang gibt und da tauscht man sich über günstiges aus.

Kathrin: Das ist die Überschrift, genau.

Annika: Genau, da kann man sich bestimmt auch Tipps holen.

Kathrin: Da kann man sich Tipps und Inspirationen holen. Haben wir noch eine Idee? Ja, tatsächlich: Das wäre auch mein Wunsch hier in die Zuhörerschaft. Wenn Du gute Ideen hast, wo man sich inspirieren lassen kann, wo man spannende Rezepte findet oder auch eine gute Quelle im Internet, dann spiel uns das doch einfach mal zurück. Ich meine, wir suchen hier immer Inhalte zusammen und bereiten sie gerne auf, aber es lebt auch davon, dass….

Annika: Hallo?! Spannende Rezepte gibt es im Forum ganz viele! (lacht) Nein, es gibt natürlich auch noch andere spannende Rezepte.

Kathrin: Ja, aber auch diese Überschrift “LCHF muss nicht teuer sein”. Wer da noch Inspirationen hat oder Tipps, einfach rein geben und wir ergänzen sie dann hier gerne.

Annika: Ja, aber pass auf! Was wir hier noch nicht auf der Latte hatten oder worüber wir noch nicht gesprochen haben ist, wenn das Fleisch teurer ist, wenn man auf die Qualität schaut. Wenn man ganz genau drauf schaut, dann braucht man gar nicht so viel Fleisch. Ich habe das beim Kochbuchschreiben gemerkt, dann fängst Du an zu rechnen für die Nährwerte und so – ja, da bist Du mit 125 Gramm…  wenn Du dann noch Sauce machst mit Sahne und Käse oben drauf und ein bisschen Bacon rein, dann sprengst Du mit 125 Gramm schon ganz schön Deine Budgets.

Kathrin: Und das ist wirklich nicht viel.

Annika: Und gentechnisch! Ich glaube, wir essen alle viel zu viel Fleischmenge. Wir haben da einen Anspruch, dass da ein großes Stück Fleisch auf dem Teller liegen sollte – die Mengen könnte man auch noch einmal reflektieren. Ich bin immer schon ein Freund davon gewesen, Frischgemüseanteil auf dem Teller sollte die Hälfte des Tellers sein und dann haben wir diese berühmte Regel Handfläche und der Rest ist für Sauce.

Kathrin: Ja genau. Und schmackes Schlunz sage ich immer.

Annika: Und: Was auch richtig teuer ist, sind diese ganzen Zutaten für Nachbauten.

Kathrin: Ja, da ist sie wieder. Da holt sie kurz Luft (beide lachen)

Annika: Diese ganzen Mehle, Zusatzzutaten, Xucker-Zeugs und es gibt noch Flavour Drops – das ist etwas, was noch Geschmack mit reinzaubert. Ich weiß noch nicht einmal, ob das jetzt in den Kuchen Geschmack reinzaubert oder in den Kaffee oder was.

Kathrin: Du redest in Rätseln für mich, aber gut.

Annika: Ja, irgendwelche Flavour Drops oder weiß ich nicht. Das kostet richtig Geld, liebe Leute! Dieses handfeste saisonale Gemüse, ein Stückchen Fleisch, mein Gott, nee!! Ich merke das immer bei meinem Mann: Der lässt mich ja einmal die Woche Nussbrot anrühren – ganz im ernst: das ist teuer! Dann habe ich da Walnüsse drin, Leinsamen, Flohsamenschalen, Chia ein bisschen, geriebene Mandeln, Kürbiskerne und alles mögliche und in der Summe der Dinge kostet so ein Brot richtig Asche. Da habe ich dann auch öfter mit ihm Diskussionen tatsächlich, weil das kostet nicht nur richtig Geld, sondern das ist auch kalorientechnisch eine Bombe.

Kathrin: Aber das ist er Dir doch wert. Ich meine, Du hast auch gesagt,…

Annika: Ja natürlich ist er mir das wert. Aber es kann doch nicht sein, dass so ein Brot in drei weg ist.

Kathrin: Nee, das muss er sich dann bitte einteilen.

Annika: Ja genau, das habe ich ihm auch gesagt.

Kathrin: Schöne Grüße, so geht es ja nicht!

Annika: Soll sich das schön in Scheibchen schneiden und dick Käse oder was auch immer drauf.

Kathrin: … schön dick Butter drauf.

Annika: Ja, also da merke ich: Das ist richtig, richtig teuer. Braucht man aber eigentlich nicht. Ich gehe davon aus, dass die meisten LCHFler das nicht machen, aber es gibt ja auch so Schokoladen und Süßspeisen, Fertigbackmischungen. Wenn jemand auf’s Geld gucken muss, dann wäre das für mich Punkt 1 auf der Liste, genauso wie viele Zusatz-, Nahrungsergänzungsmittel. Mit einem gescheiten Blick drauf: Ob das alles so nötig ist?

Kathrin: Das ist fast eine philosophische Frage. Die, die es machen, schwören drauf und auch da, wenn es Dir etwas bringt und wenn Du meinst, dass es für Dich wertvoll ist, dann ist es das Geld auch wieder wert.

Annika: Ja auf jeden Fall. Wenn ich sparen möchte oder muss, dann wären sicherlich diese ganzen Nachbautengeschichten… aber ich bin ja persönlich befangen, das wisst ihr ja. Und direkt dahinter kämen bei mir diese ganzen Zusatzprodukte. Das denke ich. Korrigiere mich, wenn Du was anderes meinst.

Kathrin: Nein, ich korrigiere Dich nicht. Aber wie gesagt, das ist eine sehr persönliche Einstellung und auch eine Entscheidungssache, wie viel Geld einem das wert ist. Das ist meine Denke: Ist mir es das wert?

Annika: Was, diese Zusatzdinger?

Kathrin: Nee, grundsätzlich viel Geld auszugeben für eine gesunde Ernährung. Nicht die Zusatzdinger, die meine ich jetzt gar nicht. Da bin ich nicht so abgeneigt wie Du.

Annika: Wie viel ist es mir wert? Manchmal ist das eine Frage, die geht gar nicht. Es wäre sicherlich ganz, ganz vielen Leuten sehr viel wert, hätten sie die Kohle dafür, es sich wert sein zu können. Wenn ich ein sehr begrenztes Budget habe und ich kenne den einen oder anderen sehr persönlich, wo ich weiß, das ist wirklich sehr eng und wenn ich dann sehe, wie sie dann wirklich überlegen: Was kaufe ich, was mache ich? Die überlegen sich gute Quellen und passen das ein bisschen für sich an und schauen auf Angebote – da kann ich echt nur den Hut ziehen. Das ist natürlich simpel für mich: Ich nehme mein Portemonnaie, meine Karte und bäms, gehe ich einkaufen.

Kathrin: Ja klar, da hat man gut reden. Das ist so.

Annika: Ja natürlich hat man da gut reden. Wert wäre es vielen sicherlich, aber das ist halt die Frage. Vielleicht sollte man wirklich Spartipps sammeln. Das fände ich eine coole Sache.

Kathrin: Da können wir uns auch nochmal hinlegen, wenn wir den Artikel zusammen schreiben, dass wir das da alles schön zusammenfassen.

Annika: Wir haben im Forum eine Unterteilung, wo eigentlich nach Postleitzahlen Restaurants rein sollen. Aber die wollte ich schon immer mal ändern, insofern als das man auch sagt: PLZ 5 – super Einkaufsmöglichkeiten, der Hofladen da, auch wenn er vielleicht nicht Bio ist. Damit man auch da Tipps findet und vielleicht nicht nur das. Es gibt ja auch Kosmetika. Die können auch super sein, ohne viel Geld zu kosten oder auch Putzmittel und so was. Da kann man auch ein bisschen drauf gucken.

Kathrin: In Berlin habe ich jetzt auf der Liste, da gibt es das “LowCal” (beide lachen) Wir treffen uns immer wieder – den Termin kann ich jetzt gar nicht laut sagen, weil das immer outdated ist.

Annika: Habt ihr einen Stammtisch in Berlin?

Kathrin: Ja, wir haben einen und da sind wir auch offen und laden dazu ein. Wir haben ein paar Berliner, die bei RAN ANS FETT sind und daraus hat sich ein ganz netter Stammtisch entwickelt und ich lade jetzt gezielt den alten Stammtisch, den es in der Form nicht mehr gibt, gezielt zu ein und so wollen wir das jetzt langsam aufbauen.

Annika: Ich habe heute morgen ein Auge ins Forum geworfen und da ist jetzt eine, die ist ganz, ganz neu und die hatte mich gefragt, ob es den Stammtisch in Berlin noch gibt. Da habe ich nämlich gedacht, frage ich Dich doch mal. Ich würde ihr dann nämlich sagen, sie soll sich mal mit Dir in Verbindung setzen.

Kathrin: Mach das, das soll sie gerne tun.

Annika: Vielleicht meldet sich dann auch der ein oder andere, weil diese Gemeinschaft finde ich total wichtig.

Kathrin: Ja, das wollen wir ja eh noch einmal ganz in Ruhe besprechen.

Annika: Und das auch, ne? Wenn man Stammtische hat, dann kommen nämlich auch Spartipps auf den Tisch. Die Leute, die sich zum Stammtisch treffen, z.B. in Berlin – da kann man auch sagen: Hey, hör mal: Da hinten, der Metzger auf der ….straße”… Das sind ja eure Insider. Man kann auch untereinander tauschen oder man kann z.B. sagen “Wir kaufen zusammen ¼ Rind oder so. Da kann man auch sparen. Ich sag ihr dann gerne Bescheid.

Kathrin: Ich glaube, wir haben es ausgeleuchtet oder fehlt noch was?

Annika: Ich weiß es nicht.

Kathrin: Nach meinem kleinen Stichpunktzettel ist alles besprochen.

Annika: Ja, ich bin ja jetzt schon wieder beim Denken. Ich denke jetzt, wie man wieder Spartipps bündeln kann.

Kathrin: Mach das, das ist für’s Forum sicherlich auch gut.

Annika: Jajajajajajajaja, wir haben da übrigens auch eine Tauschecke. Das ist noch nicht so frequentiert, aber da kann man zu groß gewordene Klamotten tauschen. Wenn man selbst aus einer Größe rausgewachsen ist oder was nicht mehr haben möchte, da gibt es einen, der ist gerade am Anfang des Weges und Du weißt selber: Das kostet richtig Geld, wenn Du abnimmst und die Größen tauschst. Oder wo Bücher getauscht werden – das haben wir auch. Das ist auch eine gute Möglichkeit zu sparen.

Kathrin: Du, Ausblick? Was passiert? Also, Du schreibst weiter? Du hast Deine Rezepte schon, aber gibt es noch irgendwas, was Du den Hörerinnen und Hörern mit auf den Weg geben willst?

Annika: Nein, bei mir geht es im nächsten Jahr dann weiter mit Bücher schreiben über Seminare und Kurse. Da habe ich im Moment keine Kapazität für. Du?

Kathrin: Nö, so wie es aussieht, wird RAN ANS FETT ordentlich weiter laufen im nächsten Jahr. Wir teilen es jetzt ein bisschen auf zwischen den Anfängern, die reinkommen und die Gruppe, die drin bleibt. Die wird immer stärker, weil alle dabei bleiben wollen. Das ist ja lustig (beide lachen)

Annika: Dann fühlen sie sich wohl.

Kathrin: Ja, sie fühlen sich wohl und es ist wirklich ein tolles Team und da denke ich gerade darüber nach, wie ich das gut verbinden kann, damit das auch zusammen gut passt – also, die neu reinkommen bereichern uns schon und die, die schon lange drin sind bereichern aber auch. Bisher hatten wir überhaupt keine Probleme oder so, aber da bastele ich gerade dran rum.

Und ich habe eine Dranbleiberin, die Dani. Sie ist seit zwei Jahren bei RAN ANS FETT dabei und die habe ich neulich ganz groß abgefeiert. Das möchte ich hier auch noch einmal ganz deutlich empfehlen: Wer sich das anhören möchte. Wir hatten Bernd und auch Dani (kommen beide in die Shownotes) und Danni ist der absolute Lesetipp, weil sie eben aus meiner Sicht und das kann wirklich mit Fug und Recht sagen, weil ich zwei Jahre an ihrer Seite war, mit einer großen Entspannung LCHF angegangen ist und das in diesem Gespräch auch noch einmal gut rüberkommt, dass sie sich einfach nicht kasteit und sie sich nicht fertig macht und dass sie selbst wertschätzt. Bei Teilnehmern, die neu dazu kommen und so angespannt sind, dass das jetzt klappen muss, da bekomme ich es immer wieder hin, dass sie eine etwas entspanntere grundlegende Einstellung zu sich selber bekommen, mehr Selbstachtung entwicklung und sich nicht selbst immer so fertig machen und sich mit den Fehlern so annehmen und dann mit sich selber und uns diesen Weg gehen. Das hat Dani in einer Bravour hingelegt und richtig viel abgenommen. Das muss man sich mal selber anhören. sie hat richtig viel abgenommen und ist jetzt auf die 100 Kilo zugekommen von ganz weit oben. Das ist eine total schöne Leistung!

Annika: Weißt Du, was ich gerade denke? Das ist auch ein schönes Podcast-Thema: Relax – nimm’s locker. Also nicht dieses verbissene. Ich habe schon wieder einen Ohrwurm, aber das singe ich jetzt nicht (lacht)

Kathrin: Frankie goes to Hollywood war meine erste große Band.

Annika: Furchtbar. Aber Dani, ich gratuliere von Herzen. Ich finde das sensationell. Am besten ist es natürlich, dass man versucht sich zu entspannen, weil man weiß: Das hast Du morgen noch nicht erledigt und auch nicht nächsten Monat und auch nicht in einem halben Jahr, aber es wird jeden Tag einen Schritt besser.

Kathrin: Ja. Sie hat auch ihre Plateaus gehabt – das große Thema Plateau und irgendwann wusste sie, es wird wieder weitergehen, aber der Körper braucht jetzt mal hier eine kleine Ruhephase und dann hat sie ihn auch gelassen.

Annika: Ja, eine Ruhephase muss man haben, aber ich denke, Plateaus entstehen auch dadurch, dass man einen genaueren Blick drauf werfen sollte.

Kathrin: Genau und das hat sie dann ja auch gemacht und dann hat sie wieder angegriffen und dann ging es weiter. Sie ist auch nicht grundsätzlich und immer nur Easy Peasy. Dann schafft sie auch nichts, aber sie lässt sich Phasen zu und das ist gut: Zügel anziehen, Zügel locker, Zügel anziehen, Zügel locker und das ganz bewusst. Ach, das hat sie einfach toll gemacht. Also Dani nochmal: Herzlichen Glückwunsch!

Annika: Wisst ihr, was ich jetzt mache? Ich gehe jetzt einkaufen. Und ich fahre nicht zum Markt, sondern ich fahre… Ich weiß tatsächlich noch nicht, was wir heute essen.

Kathrin: Es ist ja Wochenende, also…

Annika: Wir wollten heute eigentlich Wandern gehen und das Wetter ist aber nicht so. Da war ich jetzt nicht so drauf eingerichtet. Das ist übrigens auch ein Sparmoment. Ich möchte nämlich zukünftig nur noch einmal die Woche einkaufen. Ich werde mir jetzt also eine Liste machen und einen Großeinkauf machen, weil jedes Mal, wenn Du einkaufen gehst, dann hast Du drei Sachen auf der Liste und kommst mit zehn nach Hause.

Kathrin: Klar, das geht mir ja auch so. Ich schaffe es zeitlich aber nicht mehr als einmal die Woche einkaufen zu gehen.

Annika: … plus Benzin! Ich komme ja nach den Sportkursen sowieso immer an Geschäften vorbei, also Benzin ist es nicht, aber ich gehe bestimmt dreimal die Woche einkaufen. Alles andere wäre gelogen. Naja, okay, auf jeden Fall werde ich das jetzt tun.

Kathrin: Super, dann wünsche ich Dir was. Ich wünsche Dir eine gute Zeit!

Annika: Das wünsche ich euch allen! Das wünsche ich der Kathrin und das wünsche ich allen dort draußen.

Kathrin: Ich auch.

Annika: Ein schönes Wochenende!

Kathrin: Meine Lieben, habt euch wohl. Nicht vergessen: Immer ein Stück Butter dazu.

Annika: Das ist übrigens auch schon ein geflügeltes Wort im Forum “Und die Kathrin sagt immer: Immer ein schönes Stück Butter dazu”. (lacht) Das habe ich auch schon gelesen.

Kathrin: Ja, aber ich habe neulich vor meinem Teller gesessen und habe gedacht “Nee, nee, nee, Freundchen. Das ist hier alles viel zu mager. Da nehmen wir noch ein Stück Butter dazu”, ne?

Annika: Ja, das heißt, geh ins Forum und da wirst Du das finden.

Kathrin: Alles klar, mach’s gut.

Annika: Alles klar, tschüß!

Kathrin: Tschüß!

Sep 20

LCHF Podcast mit Bernd: „Ehrlich sein zu sich selbst“

By LCHF Institut | LCHF Podcast

Blutdruck zu hoch, Blutzucker zu hoch, Wasser in den Beinen: „Der Arzt erzählte was von metabolischem Syndrom. Und ich wusste nach einigen Schlüsselsituationen: Ich muss was machen“, erinnert sich Bernd (56) aus Heikendorf in der Nähe von Kiel. Ende 2015 recherchiert der Techniker wieder einmal zum Thema Diät im Internet und stößt auf die LCHF und die Community – der Rest ist LCHF-Erfolgsgeschichte.

Hintergrundinformationen zu diesem Podcast findest Du im LCHFblog

SHOWNOTES

Annikas tolle Buchreihe

Das Buch von Annika! Entpuppt: Mit LCHF in ein leichtes Leben

LCHF-Kurs als Online-Gruppen-Programm: RAN ANS FETT (startet wieder am 19.9.2017, Zugang noch möglich bis zum 1.10.!)

Podcast erwähnte Salattorte: Hier als Youtube-Erklärbär-Variante. 

LCHF Forum

 

Und nicht zu vergessen die Musik! Loveshadow: There’s a better way.

Diese LCHF Folge zum Nachlesen

Kathrin: Moin, Moin, Bernd, Kathrin Koehler hier. Wir sprechen heute zwischen Berlin und… sag mal wo Du bist.

Bernd: Ich bin hier im sonnigen Osten, Bad Heikendorf bei Kieler Förde.

Kathrin: Achso, ich dachte immer, das ist dierekt in Kiel. Siehste Du, dass ist noch präziser. Ich hole uns kurz einmal ab (lacht).

Bernd, Du bist Teilnehmer bei Ran ans Fett und wir kennen uns schon eine geraume Zeit. Du hast einmal den Kurs gemacht, Du hast pausiert. Jetzt bist Du ein “Dranbleiber”. Wir kommunizieren immer fleißig miteinander in unserer Facebookgruppe. Neulich hast Du mit einem Freund ein paar Vorher- und Nachherbilder gepostet. Da habe ich gedacht: “Alter Schwede, wir müssen dringend miteinander sprechen!”, weil das ganz großartig ist, was da in den letzten Jahren passiert ist.

Jetzt wollen wir Dich ein bisschen kennenlernen. Erzähl doch einmal, was Du so im Leben machst?

Bernd: Vielleicht sollte ich erst einmal erzählen, dass ich 56 Jahre alt bin. Das ist eine Sache, die auch wichtig ist. Ich arbeite für eine Firma in der Arbeitsplanung, habe also mit Schulungen, Arbeitsplänen usw. zu tun. Ich habe allerdings auch eine Zeit lang (drei Jahre lang) Schulungen geben, also Vorträge gehalten. Dabei hat sich herausgestellt, dass ich das ganz gut kann. Zurzeit wird dort nicht geschult, das heißt, derzeit mache ich Arbeitspläne, bzw. setze Projekte um, wenn neue Prozesse eingeführt werden.

Privat habe ich als Hobby einige Sachen. Ich spiele zum Beispiel Schlagzeug…

Kathrin: Darf ich unterbrechen? Das durften wir auch schon erleben. Da hast Du Dich aufgezeichnet und uns das reingestellt. Ich feier das heute immer noch als großen Augenblick unserer Gruppe. (beide lachen)

Bernd: Da haben sich alle erschrocken, das war nicht so geplant. Vor allen Dingen, dass die kleinen Hunde noch erschreckt wurden. Das wollte ich natürlich gar nicht . (beide lachen)

Dann habe ich noch als Hobby das Modellfliegen. Ich habe einige Modellhubschrauber und das mache ich schon ewig. Es ist ein sehr technisches Hobby, bei dem es viel um das Basteln geht.

Kathrin: Ist das sowas Filigranes, wo dann immer andauernd was kaputt geht?

Bernd: Genau, die Dinger fallen öfter mal runter. Das ist was sehr Filigranes, aufwendig in gewisser Weise und technisch auch sehr anspruchsvoll. Das wird nicht einfach gekauft und dann fliegt es. Das muss zusammengeschraubt, eingestellt, programmiert werden und dann hoffen, das es fliegt. Das Fliegen selbst ist auch sehr schwierig, da muss man lange üben, bis man es beherrscht. Manchmal beherrsche ich es nicht. (beide lachen)

Kathrin: Wir beide haben uns kennengelernt über den Context LCHF. Vielleicht erzählst Du einmal in einem groben Abriß, wie Deine Diät-Karriere ist? Wann hast Du Deine erste Diät gemacht? Welche Stationen gab es da?

Bernd: Zuerst muss man sagen, warum ich überhaupt dick war. Ich bin 1961 geboren und war ein Frühchen. Ich musste im Brutkasten bleiben, ich war ein 7-Monatskind. Das heißt, als ich zuhause ankam, war da so gut wie nichts. Genau das war das größte Problem. Es waren Eltern und Oma und Opa da, aber die kamen aus dem Krieg. Das ist eine Kriegsgeneration. Die haben sich gesagt, den müssen wir aufpäppeln und sie haben mich dann wie eine Mastgans mit allem gestopft, was es gab. Bis ich eingeschult war, war ich ganz dünn, also mit 6 Jahren. Mit 7 ½ oder mit 8 ging ich “bumm” auseinander. Da war ich plötzlich ein fettes Kind und alle waren ratlos.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mit 8 oder 9 eine Diät machen sollte. Das interessante, woran ich mich noch erinnern kann ist, ich durfte keine Nudeln, Kartoffeln, kein Reis essen. Weder durfte ich noch Mehl und Soßen essen. Das weiß ich noch und das war Ende der 60iger.

Kathrin: Vom Grundsatz her gibt es da einige Parallelen. Erzähl erst einmal, wie es weiterging.

Bernd: Dann war viele Jahre nichts. Ich war einfach nur dick. Zwischendurch habe ich noch was gemacht, das war glaube ich ‘89. Auch das war dann mit viel Hanteln stemmen und das schlechte Essen runterfahren. Ich habe auch etwas abgenommen und wieder zugenommen. Das kennen wir ja! 2008 – und das war dann das Entscheidende – habe ich aufgehört zu rauchen. Ich wusste, dass viele Leute, wenn sie aufhören zu rauchen, zunehmen. Ich war dann ganz vorsichtig und habe ganz fettarm gegessen. Es gab nur fettarmen Joghurt, fettarm dies, fettarm das und ich bin quasi explodiert. Es war unglaublich, wie schnell ich 20 kg drauf bekommen habe. Ich bin gerade einmal 168 cm klein und dann 125 kg, das war das höchste Gewicht, was ich wog. Es war unvorstellbar. Es musste was passieren, unbedingt. Ich wusste nicht, was ich machen sollte, ich war ratlos.

Der Arzt sagte, der Blutzucker ist zu hoch. Es war aber nicht so, dass er Medikamente geben musste. Der Blutdruck war zu hoch, ich hatte Wasser in den Beinen, was auch so eingeschnürt war – also ganz komisch, als würden die Socken einschnüren. Das war schon das Wasser, nicht die Socken. Der Arzt hatte mir was von metabolischem Syndrom erzählt, der schon einmal an der Haustür geklingelt hat und mich als Kandidat ausgeguckt hatte. Der sagte: “Du musst Dir was einfallen lassen”. Er hat bloß nicht gesagt was. Irgendwie ergab das dann eine Schlüsselsituation, in dem ich sagte: “Das geht einfach nicht, ich muss was machen!”

Kathrin: Zum Beispiel…, was war das?

Bernd: Einmal war es eine Regenjacke, die ich nicht zumachen konnte. Ich ziehe die an und gehe damit los, Richtung Fähre, mit der ich zur Arbeit fahre. Es fing richtig an zu regnen und ich konnte die nicht zumachen. Nur mit zwei Druckknöpfen. Ich sah dann aus, wie eine Wurstpelle. Wenn man nur zwei Druckknöpfe zumacht, dann bleiben da Felder rundum offen. Ich kam also klatschnass im Büro an. Das war unvorstellbar, wo ich mir gesagt habe: “Mein Gott noch einmal! Da muss was passieren, so geht das nicht! Ich muss was machen!”

Später, als ich abgenommen hatte und es wieder einmal regnete, hing die Jacke da. Ich dachte mir: “Die brauchst Du gar nicht anziehen” und dann dachte ich mir: “Nee, Du hast abgenommen, ziehe die mal an und sehe dem Problem bloß zu”. Die Jacke passte! Das war auch so ein Moment (lacht). Ich kam dann an einem Montagmorgen total gut gelaunt im Büro an und alle so: “He? Was hat der denn?”

Letztendlich war es so, dass ich mit “Schlank im Schlaf” angefangen hatte. Da hatte ich ein Buch in die Hand bekommen und habe zum ersten mal was von den Makronährstoffen, Kohlenhydraten, Koffein und Fetten gelesen. Trotzdem war das noch Ernährung mit vielen Zusatzstoffen, auch mit viel zu viel Zucker.

Kathrin: Das habe ich auch einmal gemacht. Da sind wir den gleichen Weg gegangen. Morgens darf man Nutellabrötchen essen und so etwas.

Bernd: Genau, man isst morgens viel zu viel Zucker, mittags immer Kartoffel und so weiter. Nur abends waren die Kohlenhydrate verpönt.

Wie das immer so ist mit einer Diät, wirkt jede Diät zuerst. Ich habe damit auch abgenommen. Bei dem ganzen gab es nur ein Problem: Ich habe das von Anfang an in eine App “Mein Fitnessplan” eingetragen und die App wollte dann, wenn Du 5 kg abgenommen hast, die Kalorienmenge, die Du gegessen hast, korrigieren. Das war natürlich irgendwie total bescheuert. Ich war deutlich Meilenweit von meinem Ziel entfernt und durfte nur noch so wenig essen, dass ich gehungert habe. Ich denke, das ist so ein Punkt, wo bei vielen der Jojo-Effekt einsetzt. Man nimmt dann wieder zu und ist hinterher wieder fetter. Das wollte ich verhindern.

Über Facebook und über meine Bekannte habe ich dann zum ersten mal was über LCHF gelsen. Ich habe mir das grob angeguckt und mir gedacht: “Die essen morgens Spiegeleier mit Speck, die haben einen Knall.” Damit war das Thema für mich erledigt. Ich habe dann noch einmal tiefer gebohrt und schließlich dann das Buch von Anika “Entpuppt” gelesen.

Kathrin: Schöne Grüße an dieser Stelle und wie immer ein großes Hurra, dass Du dieses Buch geschrieben hast.

Bernd: Das Buch habe ich mir durchgelesen und mir einfach gedacht: “Die Frau hat recht, so wird’s gemacht”. (lacht)

Kathrin: Warte mal, Du hattest irgendwo geschrieben: “Wer Schmetterlingsstäbe brät und dazwischen eine Scheibe Käse legt, ist genau meine Welt”. (beide lachen)

Bernd: Sie hatte geschrieben: “Wenn man mal was auf die Arbeit mitnehmen will und keine Stulle gewohnt ist, kann man auch zwei Scheiben Braten nehmen und dazwischen eine Scheibe Käse legen. Ich habe mir gedacht: “Das muss ich mir einmal genau angucken”. (beide lachen). Ich muss zugeben, ich habe nie zwei Scheiben Braten genommen und Käse dazwischen gelegt.

Kathrin: (lacht). Entschuldigung, ich habe Dich unterbrochen. Wo waren wir jetzt? Du hast das Buch gelesen…

Bernd: Ich habe das Buch gelesen. Aber dann war da die Umstellung und das war alles sehr verwirrend irgendwo. Es war gar nicht einfach, den Anfang zu finden. Schließlich bin ich dann bei Dir gelandet und bin irgendwann über Dein Institut gefallen. Du hattest gerade den Kurs angeboten und der war genau zwischen Weihnachten und Neujahr. Ich musste da ein bisschen schmunzeln. Ich habe seit November angefangen und hatte gesagt: “Okay, der Kurs ist was für mich, das will ich machen.” Ich hatte noch gedacht: “Das ist sehr geschickt platziert, es gibt bestimmt noch einige, die dann zwischen Neujahr und Weihnachten denken: Oh ja, ich melde mich für den Kurs an und bezahle. Dann kann ich weiter fressen.” (beide lachen). So bin ich dann schließlich bei Dir gelandet. Das war der Einstieg in LCHF.  

Kathrin: Du hast im November mit LCHF angefangen und im Januar letzten Jahres warst Du dann im Kurs. Da hattest Du schon ein bisschen abgenommen und bist dann angekommen, quasi.

Bernd: Abgenommen hatte ich vorher schon einiges, aber ich hätte das nie halten können. Das war das Problem, es wäre nie weiter gegangen. Das wichtige war, es war wieder über Weihnachten und vorher durfte man morgens was Süßes essen. Das ist nicht die Erfüllung. Ich habe – was ich sonst gerne esse,  so eine Bratwurst oder ein richtiges Stück Fleisch – Putenfleisch gegessen. Ich habe in gewisser Weise erst einmal richtig reingehauen und habe an Fleisch so einiges nachgeholt und nicht zugenommen. Das war nach LCHF und das war das Schöne.

Kathrin: An der Stelle darf ich verraten, hoffe ich Bernd, dass Du und Dein Slow-Cooker uns viel Freude in der Gruppe zauberst. Da liegen herrliche Stücke drinnen. Du isst durchaus schon gerne Schwein – das  sehe ich den Bildern an. Du legst Dir da ein leckeres Stück Rippe oder ein schönes Eisbein hin. So habe ich es noch in Erinnerung.

Bernd: Habe ich auch schon gemacht.

Kathrin: Einen guten Kohl dazu und dann schlummert das dann im Slow-Cooker vor sich hin. Den Slow-Cooker hast Du auch im Zuge der Ernährungsumstellung gefunden oder?

Bernd: Über den Slow-Cooker habe ich was gelesen. Bei einem Slow-Cooker für 23,50 € kannst Du nichts falsch machen, habe ich mir gedacht. Der ist klasse.

Ich mache auch gerne so einfaches Essen. Für morgen habe ich wieder was vorbereitet. Morgenfrüh fülle ich ihn wieder auf. Da habe ich einfach nur Spitzkohl und Zwiebel klein geschnitten, Knoblauch rein, Salz und Pfeffer. Das ist alles, was da reinkommt.

Kathrin: Mhh lecker…

Bernd: Ich lege mir noch ein Stück Rind dazu. Den habe ich vom Wochenmarkt gekauft, beim Schlachter meines Vertrauens. Den hatte ich eingefroren und das taut jetzt auf. Morgen früh befülle ich den Pott und gehe zur Arbeit.

Bei dem Kohl kommt noch ein bisschen Flüssigkeit mit rein. Das kommt dann in einem tiefen Teller. Das ist schon fast so eine Art wie eine Suppe oder Sud. Da ist unendlich viel Gemack drinnen. Alles ist ohne “Tüte” oder irgend so ein Schweinkram, das ist das großartige daran. Es ist nur ein bisschen Zwiebel, Knoblauch, Salz und Pfeffer dran.

Kathrin: Wenn Du zurückblickst, Du hattest eben gesagt, es war gar nicht so einfach, den Einstieg zu finden und es war vieles verwirrend. So richtig viel gekocht hattest Du vorher auch nicht, oder?

Bernd: Es kommt darauf an, auf welche Zeit wir zurückgehen. Es gab die Zeit, wo das mit Kochen nichts zu tun hatte. Da habe ich einen fertigen Pott Kartoffelsalat genommen, den ich gekauft hatte. Dazu irgendeine Currywurst, die fertig geschnitten in der Packung war, die dann warm gemacht und über den Salat gestülpt und gegessen. Allein bei dem Gedanken daran, wird mir schlecht. (lacht). Es war halt damals so. Oder Tiefkühlpizzen aufeinandergestapelt – würde so die Entfernung, Erde-Mond ergeben.

Richtig gekocht habe ich gar nicht.

Kathrin: Diese feine Küche, wie Du sagst, die schmeckt, das wissen wir beide und das liegt an dem ordentlichen Fett, was an den Stücken dran sein darf.

Du erwähntest gerade den Schlachter Deines Vertrauens. Das geht alles miteinander einher, Deine Einkaufsgewohnheiten haben sich sicherlich auch ein bisschen verändert. Wie sieht das aus?

Bernd: Nein, nein, das stimmt nicht. Die haben sich nicht ein bisschen verändert, die haben sich völlig verändert. Ich kaufe jetzt zum Beispiel auf dem Wochenmarkt ein, das ist immer Donnerstags. Da freue ich mich am meisten drauf. Auf dem Wochenmarkt ist der Schlachter meines Vertrauens, da ist ein Stand von Bio-Sachen. Den könnte ich leer kaufen.

Das Seltsame ist bei dem ganzen, dass ich eine Ernährungsform gewählt habe, zu der ich unter anderem auch gekommen bin, weil da jede Art von Fleisch erlaubt ist. Gerade durch die Ernährungsform, wo alle Arten von Fleisch erlaubt ist, habe ich das Gemüse schätzen gelernt.

Kathrin: Ach guck an…

Bernd: Wenn ich jetzt erzähle, was ich besonderes gekocht habe, dann erzähle ich Dir nicht von einem Stück Fleisch, sondern was von Gemüse, Blumenkohlpüree oder Rohkostsalat mit Olivenöl, Dressing und sowas. Also mehr in diese Richtung. Eigentlich habe ich dadurch das Gemüse schätzen gelernt.

Kathrin: Ich glaube, Du hast insgesamt das Gefühl für gesunde Ernährung entwickelt und da gehört natürlich – weißt Du auch selber, allein wegen der Ballaststoffe und der Inhaltsstoffe – eine gute Portion Gemüse mit dazu.

Ich möchte noch einmal zurück an den Punkt, als Du sagtest, es war nicht einfach den Einstieg zu finden. Was war denn besonders verwirrend? Wo war es so schwer?

Bernd: Was soll ich einkaufen? Diese Einkaufsgewohnheiten eben ändern. Was will ich noch essen? Das war schwierig irgendwie. Wenn ich im Supermarkt oder beim Discounter war, kam kaum irgendetwas in Frage, denn Zusatzstoffe sind überall drin. Ich bin großer Wurst-Fan, ich esse relativ viel Wurst. Wurst ist ein heikles Thema, denn da kann man alles reinstopfen. Das heißt, da muss man auch schon wieder einen Schlachter des Vertrauens haben, dass man sagt: “Okay, der hat nicht ganz so viel Mist drinnen, wie die anderen”. So sehe ich das mittlerweile.

Es gibt hier im Ort einen Schlachter, wo man hingehen darf und zugucken kann, wie er die Wurst macht. Bei dem bin ich irgendwie nie. Er ist ein bisschen weiter weg, andere sind dichter dran. Der Mann des Vertrauens, der macht die Wurst selbst und das kann man auch schmecken, dass das was anderes ist.

Überall sind Zusatzstoffe drin, das muss man dem Kopf klar machen. Was will ich noch kaufen und was will ich nicht kaufen ? Ich bin jetzt schon wochenlang kaum im Supermarkt gewesen, außer es musste unbedingt sein. Hier in dem Ort gibt es noch einen kleinen Gemüseladen, der hat Bio-Gemüse da. Das kostet zwar eine horrende Kohle, aber ich esse halt nicht mehr so viel. Es ist ja nicht den ganzen Tag fressen und dies und das. Es sind gezielte Mahlzeiten. Dafür arbeite ich und dann will ich mir das auch einmal leisten.

Kathrin: Ich glaube was die Zuhörer und Zuhörerinnen wissen wollen ist: Du sagtest, Du hattest gestartet mit 125 kg. Wo bist Du jetzt?

Bernd: Heute bin ich bei 91 kg und vor drei Tagen war es 90 Komma irgendwas. Ich war auch schon bei 89 kg.

Kathrin: Wir beide mit unserem Kampf um die 90 kg. (beide lachen)

Bernd: Die 90 ist irgendwie so eine Art Schallmauer. Irgendwann breche ich da durch.

Kathrin: Ja das wird passieren…

Bernd: Es ist diese Umstellungszeit. Wann ich esse, ist irgendwie wichtiger, als was ich esse.

Kathrin: Erzähle mal…

Bernd: Als ich zum Beispiel Anikas Buch gelesen habe – ich glaube das steht in ihrem Buch,  ich habe inzwischen soviel gelesen, das ich mich da nicht festlegen möchte – dass einige sagen: “ Ich muss morgens nichts essen, ich esse erst nachmittags um 14:00 Uhr”. Da habe ich nur gedacht: “Ohhh, um Gottes Willen, wie machen die das denn? Das geht doch gar nicht, bis dahin ist man gestorben. Da bekommt man Kopfschmerzen, unterzuckert, man fällt tot um, man kann nicht arbeiten”. Das waren meine Gedanken am Anfang. Aber dadurch, dass man den Brennstoff von Kohlenhydrate in Fett wechselt, während der Körper nicht nur das Fett verwertet, was man mit der Nahrung zu führt, sondern auch das, was man mit sich rumschleppt. Das ist auch der Trick dabei. Jetzt komme ich locker 20 Stunden ohne Nahrung aus. Das geht, ganz besonders, wenn man beschäftigt ist. Was die meisten Leute glauben ist, dass man dann irgendwie schwach ist oder so. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich war bei der Arbeit noch nie so wach und so leistungsfähig. Ich muss nichts mitnehmen, es reicht, wenn ich nach Hause komme und was esse. Das reicht völlig.

Kathrin: Das ist spannend, wie sich das umstellt oder wie die Gedanken vorher sind: “Nie im Leben”. Das habe ich vorher auch gedacht. Ich weiß auch, dass ich am Anfang auch viel gefrühstückt habe, einfach, weil das die alten Muster sind. Nach und nach legt man dann eins nach dem anderen ab und denkt: “Eigentlich habe ich gar keinen Hunger, also lasse ich es einfach mal”.

Bernd: Das Witzige dabei ist, ich habe früher nie gefrühstückt. Da habe ich mir nie so viel daraus gemacht. Aber trotzdem nachher zu viel gegessen und das falsche. Dieses Frühstücken habe ich mir künstlich angewöhnt. Weil alle sagen, warum machen wir das? Das muss alles richtig sein. Ich habe mich daran erinnert: “Warte einmal, früher hast Du auch nicht gefrühstückt” und habe es wieder weggelassen. Auch ein bisschen komisch. (lacht)

Kathrin: Du gehst morgens aus dem Haus, hast wahrscheinlich einen Kaffee getrunken oder so und wann isst Du die erste Mahlzeit?

Bernd: So gegen 16:00 Uhr.

Kathrin: Das ist dann aber während der Arbeitszeit oder bist Du schon zu Hause?

Bernd: Dann bin ich zu Hause. Ich arbeite nicht so lange wie Du. Ich darf nur sieben Stunden, dann schicken sie mich nach Hause.

Kathrin:  Super, sehr gut. (lacht). 16:00 Uhr ist die perfekte Uhrzeit. Isst Du nur einmal am Tag oder isst Du abends trotzdem?

Bernd: Nein, nein, wenn das klappen würde, dann habe ich von 16:00 Uhr bis 20:00 Uhr pausenlos hunger. Zumindest habe ich den Eindruck. Das ist noch nicht so ganz ausgereift alles. Da arbeite ich dran. Abends beim Fernsehen habe ich noch eine Stunde Kohldampf. Ich teile mir das so ein, dass ich noch ein paar Nüsse esse, natürlich nicht zu viele.

Naja gut, wenn man jetzt über 50 Jahre immer Mittag und zum Frühstück um 09:00 Uhr was gegessen hat und sich das abgewöhnt hat, spielen ein paar Wochen keine Rolle mehr. Letztendlich sind es nur ein paar Wochen, wo ich tagsüber nichts mehr esse.

Kathrin: Das intermittierende Fasten hast Du in der letzten Zeit auch mit entdeckt.

Bernd: Genau, das ist seit einigen Wochen. Zuerst konnte ich das nicht. Das war so eine Stufengeschichte. Erst habe ich gesagt: “Lass das Frühstück weg, iss mittags um 12:00 Uhr etwas”. Für mittags habe ich zur Arbeit was mitgenommen. Danach habe ich gesagt: “Okay, jetzt versuchst Du es mal anders, jetzt nimmst Du nichts mehr zu Essen für mittags mit”. Ich habe mir einen Thermobecher gekauft (so einen fest verschließbaren, den jetzt jeder hat). Da habe Butter und Kokosöl reingetan und habe ihn zum Mittag mit Kaffee aufgefüllt und wie einen Shake durchgeschüttelt.

Kathrin: Sehr schlau, cooler Shake.

Bernd: Dann hatte ich festgestellt, dass auch das nicht unbedingt nötig ist. Das ging nicht von einem Tag auf den anderen. Irgendwann habe ich dann gesagt, jetzt probierst Du es ganz ohne. Bei der Arbeit klappt das.

Am Wochenende ist das Wetter nicht so toll, sodass ich nicht schwimmen gehen kann. Auch für das Modellfliegen ist es nicht optimal. Nun sitze ich zu viel in der Bude. Dann wird es schwieriger, weil der Kühlschrank mit dem Essen nebenan steht.

Kathrin: Das ist immer verführend. Das kenne ich auch. Wenn man was um die Ohren hat, dann ist es alles gar nicht so wichtig.

Bernd: Bei der Arbeit ist das absolut lächerlich, da fühle ich mich topfit. Manchmal denke ich, wenn ich von der Fähre am Hafen unten in das Dorf gehe: “Jetzt, wenn Du reinkommst, musst Du sofort was essen”. Dann fällt mir ein: “Nö, eigentlich wolltest Du noch einkaufen, eigentlich wolltest Du noch zum Schwimmen”. Wenn ich dann beim Einkaufen bin, ist die nächste riesengroße Veränderung, dass ich dann nicht wie ein Wahnsinniger alles einkaufe, weil ich hunger habe. Nur das, was auf dem Zettel steht kaufe ich ein. Das war früher auch anders. Wenn ich hungrig einkaufen gegangen bin, sind Sachen im Wagen gelandet, die da nichts zu suchen haben. Das ist nicht mehr.

Kathrin: Was Du ganz schön beschreibst ist – was ich auch immer empfehle – einfach ausprobieren und gucken, womit man am Besten zurecht kommt. Mal eine Phase von ein paar Wochen machen, irgendwie wenn man denkt, jetzt probiere ich es wirklich mit dem intermittierenden Fasten tagsüber aus. Dann gucken, wie man klar kommt. Wenn Du irgendwie am Abend rumdokterst, dann dauert es eben eine Weile, bis Du irgendwann feststellst: “Nö, das mache ich jetzt doch irgendwie anders”.

Bernd: Das kann passieren. Ich hätte Dir im Laufe der Zeit bei so einem Interview/Gespräch jedesmal was anderes erzählt, weil sich das ganze weiterentwickelt.

Kathrin: Das ist aber auch schön – das sagen wir auch immer. Wir sind insgesamt alle auf dem Weg.

Sag mal, Du sagtest eben, Du hast mit Anikas Buch angefangen und hast viel gelesen. Das wollen wir im Einzelnen gar nicht so sagen. Ist denn Lesen insgesamt wichtig oder was hilft Dir bei der Auseinandersetzung mit der Ernährung? Ist das noch ein großer Fokus für Dich aktuell oder ist es so, dass es bei Dir eher nebenbei läuft?

Bernd: Das ist ein bisschen schwierig zu erklären. Die ganze Sache interessiert mich sehr. Wie soll ich das erklären, mhhh… Dass wir tatsächlich 50 Jahre lang verarscht worden sind. Dass diese Ernährungslehre völlig offensichtlich ist und nicht irgendwo mit Religion oder Irrglauben zu hat, sondern völlig richtig ist. Von Ärzten abgelehnt wird, die das nicht glauben und was anderes empfehlen.

Ich habe letztens dann bei uns bei uns in der Firma  im Intranet nachgeguckt. Es gibt ein Webinar vom Schlafen, also wie man genug Schlaf bekommt. Ich dachte nur: “Für was interessieren die sich da?” Ich habe draufgeklickt und bin irgendwann bei einem Diät-Ratgeber gelandet. Das war dann auch die “Dare”, die amerikanische Gesellschaft für Diabetiker. Die haben den gleichen Mist empfohlen, wie hier in Deutschland. Die haben gesagt, man solle ordentlich Kohlenhydrate essen und zwar bis 67%. Das ist so, als würde man sich umbringen und keiner sieht das ein. Solche Dinge finde ich sehr faszinierend.

Kathrin: Es tut manchmal fast weh, wenn man sowas liest, finde ich. Vor allem mit dem Wissen, was wir so haben. Da muss ich dann immer tief ein- und ausatmen und man kann nur wünschen, dass viele Leute dann durch die Zufälle und durch’s Weitererzählen auf Low Carb High Fat stoßen.

Apropos Weitererzählen, das hatten wir neulich auch schon einmal. Du bist schon ein kleiner Weitererzähler – kann man doch sagen oder?

Bernd: Ja, ja… Ich wäre gerne ein großer Weitererzähler, leider bin ich ein kleiner Weitererzähler. In der Firma habe ich mehr Einfluss auf die Leute, die sehe ich öfters. Das ist schon richtig heftig, damit habe ich nicht gerechnet. Da ist Low Carb schon für einige Leute ein Begriff. Mein bester Kumpel ist wirklich absolut davon überzeugt und meint, das ist die richtige Art. Er hat mir gerade wieder was erzählt, wo ich so schmunzeln musste: Der war am Wochenende auf einem Bio-Hof, die hatten einen Tag der offenen Tür. Dort haben sie ein Spanferkel gegrillt. Da ist er dann hin, schön mit seinem Teller und holt sich dann auch noch so ein Stück. Er erzählte weiter, dass rechts eine Platte stand, da lag nur Fett drauf. Das ganze Fett haben sie immer abgeschnitten und bei Seite gepackt, weil es keiner haben will. Timo fragte: “Was macht ihr denn damit?” “Ja weiß nicht… “. Da sagte Timo: “Legt doch mal davon was auf die Teller”. Das konnte der Typ gar nicht glauben. “Ja”, sagte Timo, “das nimmst Du jetzt und legst das drauf”. Dann hat er das gemacht und alle rundum glotzen ihn an, denn Timo ist ganz schlank. Die konnten das nicht begreifen. Da hat er sich eine schöne Portion Fett geben lassen – wie sich das gehört…

Kathrin: Herrlich, lecker und dann so schön knusprig wahrscheinlich auch noch.

Bernd: Da gehe ich mal davon aus, das schmeckt bestimmt gut. Aber das wollte keiner haben. Das ist so typisch.

Kathrin: Das ist gut, wenn Du in Deiner Firma ordentlich für Furore gesorgt hast. Bist Du sonst auch erfolgreich, was das angeht, so in Deinem Umfeld?

Bernd: Mhhh… ich war Sonnabend auf einer Grillparty von einem Kumpel, der bei unserem Auftritt auch Gitarre gespielt hatte. Dort war Low Carb schon ein Thema. Seine Lebensgefährtin, die das auch veranstaltet hat, die kam gleich an und sagte: “Low Carb, Du tust das ja, sowas will ich auch machen, ich will dies und das abnehmen und Sport machen. Es gibt so tolle Rezepte…” Die war da völlig begeistert und ich dachte: “Ohh guck an, das spricht sich doch rum”. Der Kumpel, auch ein Gitarrist – es sind alles Gitarristen, Schlagzeuger braucht man auch nur einen – der sagte auch, dass er abgenommen hat. Aber der säuft zu viel. Das bekomme er nicht in Griff, das Bier muss immer rein. Trotzdem ist das Thema noch nicht gestorben, der sagte auch: “Ich mach dann hier… da esse ich das und da das”. Der hat auch schon 10 kg abgenommen, aber dem fehlt noch viel.

Naja, das ist durchaus ein Thema. Es ist schwierig, dass das noch nicht ankommt. Dann hat er gegrillt und ich stehe da mit dem Teller – da war nur Fleisch drauf, es gab nichts anderes. (Lacht). Gegenüber saß ein ganz Schlanker – war irgendwie der Mann von der Sängerin – der guckte so und sagte zu mir: “Von Gemüse hältst Du nicht viel”. Ich so: “Wieso? Ich habe hier eine Wurst, das ist eigentlich das was ich haben sollte und das hier, das ist das gute Nackengemüse. Aber das kennst Du nicht.” (beide lachen).

Die Beilagen, die die da hatten, das waren gekaufte Salate. Ich habe tatsächlich einmal eine kleine Gabel probiert und ich bekam das nicht runter. Das war nur süss und es schmeckte nicht. Das geht nicht!

Kathrin: Dann finde ich auch, sollte man es nicht essen. Vor allen Dingen, triggert das einfach sofort. Ich merke das oft  bei fertigen Salaten. Ganz gefährlich, weil ich ihn liebe “Cole Slaw”, weil er einfach mit Zucker ist.

Bernd: Das ist amerikanisch, klar.

Kathrin: Dann bekommst Du sofort einen schnellen Heißhunger. Da muss ich immer einen Bogen drum machen, weil ich ihn einfach echt gerne mag.

Bernd: Cole Slaw nicht, aber da war nichts für mich dabei. Da dachte ich, schade. Hätte er mal was sagen können, dann hätte ich eine Salattorte mal ausprobieren können, oder so. Es lohnt sich nicht, für mich alleine was zu machen. (lacht)

Auch die Grillsoßen gingen natürlich nicht. Ein bisschen THOMY Senf war dabei, von dem ich etwas genommen habe.

Kathrin: Stimmt, wo Du das sagst, die Salattorte… Da bringst Du mich auf etwas. Das muss ich einfach mal bei so einem Grillfest machen, also wenn man ein paar Leute da hat. Sehr schön..

Du sagtest gerade, Du bist viel klarer im Kopf. Das macht die Ketose mit Dir, dass Du sagst, ich bin mental fit im Büro. Was macht dieser gute körperliche Zustand noch mit Dir? Wozu führt das?

Bernd: Das ist völlig unbeschreiblich. Ich denke immer noch, dass das gar nicht wahr ist. Ich habe es auf die Ketose gar nicht angelegt, also nicht gemessen oder so. Ich habe aber die Kohlenhydrate immer ganz klein gehalten. Das war einfach vom Essen her so. Fleisch, viel Gemüse, Fett dazu und keine Kohlenhydrate.

Es war letztes Jahr genau um diese Zeit. Ich sitze in der Firma und denke, was ist denn los? Mir ging es einfach so gut, dass mir das unheimlich war. Auch im Urlaub stand ich jeden Morgen auf und es war alles total klar. Ich hatte teilweise wirklich Angst, es passiert jetzt irgendwas Schlimmes. Es geht mir nur so gut, weil irgendwas passieren wird. Es ist nichts passiert! Mir geht es immer noch gut. (beide lachen). Da war es irgendwie merkwürdig, genau wie ich schon einmal geschrieben hatte – als wenn man eine 40 Watt Birne gegen eine 100 Watt Birne ausgetauscht hat. Es fielen mir Sachen viel leichter, irgendwas zu lernen oder zu behalten. In der Firma war in dem Moment nur Routinearbeit, die man auch so machen kann. Das geht so von der Hand, da war jetzt nicht ein Projekt, wo man sich einen Kopf drum machen musste.

Ich hatte zuhause noch einen Bausatz liegen, für einen 3D-Drucker. Das sah immer so aus, wie ein Mülleimer voll mit sinnlosen Teilen. Den hatte ich schon drei Jahre liegen und hatte gedacht, den bekommst Du nie zusammen. Man musste dafür so viel lernen, Hardware, Software und einstellen und ausrichten… oh Gott, oh Gott. Das bekommst Du nicht hin. Genau den habe ich dann gebaut. Da musste ich auch sagen, was ich da in kurzer Zeit alles gelernt habe: Über das Betriebssystem, über die Software, über das Slashen und das ganze Drahtlos und vom Wohnzimmer aus steuern. Das hat alles funktioniert. Ich habe das alles selbst hinbekommen. Ich war selbst überrascht.

Kathrin: Du sagtest auch einmal in einem Nebensatz, dass Du auch anders an die Dinge rangehst.

Bernd: Das hängt auch mit mehreren Sachen zusammen. Ich habe früher immer gedacht, dass alle Leute, die schlank sind, mir überlegen sind. Sie machen was richtig und ich bin dick und mache was falsch. Ich bin zu blöd irgendwie. Das steckte so irgendwo drinnen. Das ging dann also so weit, dass ich gesagt hatte: Ich habe eine Idee, aber wenn das funktionieren würde, dann hätte es schon jemand anders gemacht. Das war ganz merkwürdig. Das hat sich total verändert. Erst einmal gehe ich gerne auf die vermeintlich Schlanken zu und rede mit denen, um herauszubekommen, was die so essen. Es kommt relativ oft vor, dass jemand auf mich zukommt und sagt: “Mensch, Du bist ja nur noch die Hälfte und wie hast Du das denn gemacht?”, sodass ein Gespräch entsteht. Den letzten, den ich jetzt befragt hatte dazu – der ist an der CNC Drehmaschine, da wollen wir ein Projekt machen und ich hatte mit ihm gesprochen. Der ist so ganz dünn. Früher hätte ich immer gesagt, das ist toll, der kann essen was er will und mit dem möchte ich gerne tauschen. Um Gottes Willen…Ich suchte eine Zeichnung, dann sehe ich da was. “Was hast Du denn da?” Da hat er so ein Schieberding für morgens-mittags-abends Medikamente. “Was liegt denn da für ein Ding rum? Was hast Du da für einen Mist drin? Erzähl mal.” Man hat ihm am Herz zwei Stands eingesetzt. Dann war das eine Medikament für Blutverdünner, das andere für Blut, das für das… Ich sagte: “Yo, dass frisst man”. Er sagte: “Ich soll mit dem Rauchen aufhören, das schaffe ich nicht”. Ich sagte. “Ja, hör mal mit dem Rauchen auf und iss keinen Zucker mehr und dann passt das auch. Aber das glaubte er mir nicht” (lacht).

Kathrin: Schlank heißt nicht automatisch gesund. Das Du das dann so projiziert, dass derjenige Schlauer ist, das finde ich echt hart.

Bernd: Das hatte ich so. Das steckte irgendwie ein bisschen drin. Das ist jetzt überhaupt nicht mehr der Fall. Der im Büro neben mir sitzt, der ist mein Jahrgang, also so ein ganz Langer. Neben mir hat eine Mrs. Schleswig Holstein gewohnt und die hat mit diesem Typ was gemeinsam. Was könnte das sein? Die qualmen beide wie Lokomotiven. Sowohl die blonde Mrs. Germany, wie auch er wissen auch, wenn man raucht, bleibt und ist man schlank. Sehr schlau (lacht)

Kathrin: Aber auch schön ungesund. Wahnsinn.

Bernd: Blödsinn, man bleibt auch nicht schlank dabei, das ist quatsch (lacht)

Kathrin: Das bilden sich die meisten aber ein. Ich weiß gar nicht genau, was das mit dem Stoffwechsel macht, wenn man aufhört zu rauchen oder ob man da einfach mehr futtert, um das zu kompensieren? Da sind wahrscheinlich alle Wahrheiten drin… Mit Nichtrauchen habe ich auch schön 10-15 kg draufgepackt.

Wenn Du jetzt beides vergleichst, Dein Leben vor LCHF und Dein Leben heute: Vorhin hattest Du es schon mit der Regenjacke. Was hat sich wirklich zum Positiven verändert? Fällt Dir da ein ganz einfaches Beispiel ein oder Du kannst jetzt richtig pathetisch werden? (beide lachen)

Bernd: Das ist eine ganz andere Geschichte. Ich hatte vorher Situationen, dass ich mir die Schuhe nicht zu machen konnte. Es geht damit los, dass man Panik hat, dass der Schuh aufgeht. Was mache ich dann? Oder, wenn ich mit der Fähre fahre und es glatt ist, gehe ich ganz vorsichtig rüber. Es ging gar nicht um die Angst des Hinfallenens, sondern des wieder Hochkommens. Es ging ohne Hilfe gar nicht. Meine jetzige sportliche Höchstleistung ist, dass ich auf einem Knie runter gehe und Schuhe zubinde. Ich hätte nie gedacht, dass ich das mal schaffen könnte in diesem Leben. Man geht leichter durch das Leben und man hat etliche Sorgen weniger.

Wir sind mit der Arbeit zu einer Schulungseinrichtung, die wir betrieben haben, geflogen. Der Sicherheitsgurt im Flugzeug ist gerade eben noch zu gegangen. Sonst hätte ich eine Verlängerung gebraucht. Dann gab es noch spezielle T-Shirts für die Schulung. Da macht man sich Gedanken, ob die eins haben, wo ich rein passe. Das sind alles Dinge, die sind unglaublich.

Das Schlimmste, was ich erlebt habe und wovon ich auch geträumt hatte, war von einer Situation in der Firma: Wir hatten ein Standwork – das ist sowas wie eine Anleitung schreiben. Da sind wir immer drumherum gegangen mit drei/vier Leuten. Ich hatte da immer Notizen gemacht, was wie und wo gemacht werden musste. Eine Stelle war da, die war ganz eng, da passten alle durch, nur ich nicht. Das war absolut entsetzlich. Wenn ich merkte, dass die alle wieder in die Richtung gingen und da durch wollten, bin ich zurückgegangen und habe so getan, als hätte ich was anderes zu machen, um die auf der anderen Seite wieder zu treffen. Das war schlimm und da habe ich richtig von geträumt. Das war überhaupt nicht lustig.

Letzten war in der Werkstatt was – das hatte damit nichts zu tun  – da fragte ich jemanden was. Der ist dann an einer engen Stelle durch gehoppst und ich bin natürlich ganz locker durchgegangen. Ich musste dann daran denken, wie schrecklich es damals in der anderen Halle war. Das sind so Schlüsselerlebnisse.

Kathrin: Das Bild werden wir auch zu dem Blogartikel stellen.

Sag mal, Du hast körperlich eine tolle Veränderung gemacht, wenn Du sagst, Du gehst jetzt durch diese Lücke und freust Dich. Ist es denn grundsätzlich bei Dir angekommen, wie Du Dich verändert hast? Manchmal dauert es ein bisschen, bis der Kopf und der Körper wirklich miteinander synchron sind, im Sinne von es realisiert haben, dass der Körper einfach ganz anders ist.

Bernd: Im Prinzip schon. Das Beispiel, das ich neulich schon erzählt habe mit dem Laufen. Wir mussten mit dem Bus fahren und der kam schon an. Zwei Kollegen, die nie laufen und in meinem Alter sind, die liefen einfach los und ich blieb stehen und dachte :”Du brauchst gar nicht loszulaufen, Du kannst ja eh nicht.” Dann dachte ich: “Warte mal, bin ich bescheuert? Ich bin doch jede Woche auf dem Laufband, natürlich kann ich das.” Ich habe dann Gas gegeben und die beiden sogar noch überholt. War ein bisschen witzig (beide lachen).

Oder: Einer Dame ist die Handyhülle runtergefallen und ich dachte, schade, die würdest Du gerne aufheben, aber kannst Du eh nicht. Dann dachte ich mir: Bist Du bekloppt, natürlich kannst Du das (lacht). Am Anfang, mit meinem Kampfgewicht wäre das schwierig geworden.

Kathrin: Wahnsinn, wie schön das ist, dass das alles wieder geht.

Bernd: Ich hatte mal was ganz Besonderes: Die Campingstühle, die werden ja aufgeklappt – Angelstühle heißen die auch. Die haben keine richtige Armlehne, sondern nur so ein Band, was durchhängt.  Wenn man Fett ist und in so einem Stuhl liegt oder auch Schwangere – die müssen sich an der Lehne abstützen um aufzustehen, aber wenn man keine Lehne zum abstützen hat, was macht man dann? Ich konnte aus diesem blöden Stuhl nicht rauskommen. Wenn ich auf dem Modellplatz bin und so einen Stuhl aufstelle, muss ich immer daran denken. Jetzt ist das alles lächerlich. Das war total blöd.

Kathrin:  Apropos blöd: Das wollte ich Dich auch fragen: Gibt es irgendwelche Dinge, die Dich an LCHF stören? Oder was Dir auf den Wecker geht? Du bist ja immer der Freund des geraden Wortes. Einfach frei raus..

Bernd: Wenn man eingeladen ist oder mit anderen Leuten was zu tun hat, ist es außerordentlich schwierig. Ich habe beschlossen, keinen Alkohol zu trinken, das hat sich schrittweise ergeben. Wenn man abnehmen will, ist Alkohol nicht gut. Dann wurde das immer weniger und dann nur noch bei besonderen Gelegenheiten. Mir ging es ohne Alkohol so gut, dass ich gar keinen mehr trinke. Das ist einer der größten Sachen, die man in der heutigen Gesellschaft machen kann. Wenn man dann nebenbei nicht alles isst, was auf dem Tisch steht, – eigentlich meist gar nichts, was auf dem Tisch steht – dann wird es richtig schwierig, wenn man irgendwo sitzt und man will ein Glas Wasser. Dann ist man der schlechteste Gast der Welt. Man war dann auch zum letzten Mal eingeladen. Ich weigere mich aber, irgendwas zu essen und zu trinken, um anderen Leuten zu gefallen. Ich will das einfach nicht, oder nicht mehr. Das hat sich auch verändert. In früheren Zeiten hatte ich gedacht, Du müsstest, wenn Du abnehmen willst aufhören, Dich am Wochenende zu besaufen. Das geht aber nicht, dann haben Deine Kumpels Dich nicht mehr lieb. So war das mal, ist Gott sei Dank nicht mehr so.  

Kathrin: Dann sagst Du halt, die Kumpels müssen irgendwie klar kommen. Dann ist es eben nicht mehr der Kumpel oder? Das wäre jetzt mein Gedanke.

Bernd: Ist richtig, aber die kommen da auch mit klar.

Kathrin: Oder die müssen sich daran gewöhnen. Das ist meistens auch eine Sache, wo man sich im Freundeskreis erst einmal eingewöhnen muss.

Bernd: Das ist auch nicht mehr das Problem, die waren auch alle auf der Grillparty. Der Gastgeber sagte auch “Ich habe genug Selders da” oder ich sagte “Nee, koch mir noch einen Kaffee (beide lachen). Die haben sich damit abgefunden. Aber es ist schwierig, zum Beispiel mit den Nachbarn, wenn man da zusammensitzt oder so. Das ist nicht ganz einfach, weil die schon oft und einige Male zu mir gesagt haben, wie toll sie das finden, wieviel ich abgenommen habe und wieviel ich gewogen habe. Wenn man dann zusammen sitzt, sind die Leute der Meinung, dass man dann eine Ausnahme machen kann. Ich will das gar nicht, denn ich denke, wenn ich irgendwas esse, wie Brötchen, irgendwas mit Mehl oder Zucker, wird es mir vielleicht sogar ganz schlecht.

Kathrin: Warum auch? Da hast Du eine “super Denke drauf”. Ich finde das ganz großartig.

Bernd: Es ist nicht immer so einfach. Ich habe nicht immer Lust zu lügen. Ich muss an die Geschichte mit den Nudeln denken. Als die dann eine Unverträglichkeit vorgeschoben hat, dann gab es nachher irgendwelche glutenfreie Nudeln, die sie dann auch nicht wollte. Das kommt dann dabei heraus. Ich konnte das gut nachvollziehen.

Kathrin:  Bernd, ich finde Du hast einen grandiosen Weg hingelegt bis hierhin. Ich bin mir ganz sicher, dass der auch noch super weitergeht. Du wirkst für mich sehr sicher in Deinem ganzen LCHF Lebensstil. Das freut mich immer wieder auf’s Neue. Mich würde noch interessieren: Wenn jetzt hier jemand sitzt, sagen wir ein Mann und überlegt: “Oh Mann, der hat eine Story hinter sich”. Es hat auch ein paar Schattenseiten, wenn man so richtig rein horcht.

Bernd: Ich glaube sogar, bei Anika im Forum und als ich letztens bei Dir war – ich kann auch falsch liegen – auch zwei, drei Männer da waren, die gute Vorsätze hatten. Einer hatte sogar einen Blog gestartet, die waren innerhalb von kürzester Zeit von der Bildfläche verschwunden. Ich glaube das liegt daran, wie ich gesagt habe: Wenn der Schwiegervater oder der Kumpel kommt und sagt: “Ey, trink mal ein Bier mit” oder so, dass das daran scheitert. Wenn sie da mit einem Selters sitzen oder so, dass sie dann Angst haben, es hat sie niemand mehr lieb.

Kathrin: Das ist einfach eine der größeren Hürden, wenn man wirklich abnehmen will oder wenn man halten möchte. Ich trinke durchaus auch ein Glas Wein oder so. Man muss dem Alkohol gar nicht ganz abschwören, das muss jeder für sich entscheiden. Bier ist natürlich sehr schwierig, das verzeiht ein Körper, der insulinresistent ist, wie unserer, nur ganz schwer. Da habe ich schon böseste Rückfälle.. was heißt Rückfälle, so einfach mal ein Bier getrunken, dann kommt der Hunger, dann bist Du wieder in dieser Falle drin. Das ist mir eben auch zu anstrengend. Ich unterstreiche das, was Du sagst, dass es zuviel Kraft kostet und man sich damit am Ende zu schlecht fühlt.

Wenn jetzt aber einer da sitzt und sich das hier angehört hat, was ist Dein Tipp, um gut reinzukommen in den LCHF Lebensstil? Hast Du noch irgendwas auf Lager, wo Du sagst, einfach losmarschieren? Oder wie ist das Erfolgsgeheimnis, was wir alle von Dir lernen können?

Bernd: Man muss ehrlich zu sich sein. Nicht jetzt so wie die Kumpels auch sagen: “Ich trinke nur am Wochenende”. Das interessiert den Körper nicht. Ob Wochenende oder ob Montag ist, das ist nunmal schlecht. Man muss ehrlich zu sich selbst sein und man darf nicht sagen: “Ich mache das zum letzten Mal und ich darf nie wieder Bier trinken”. So darf man an die Sache nicht dran gehen. Ich würde jetzt sagen: “Okay, ich verzichte jetzt auf das, bis mal eine besondere Gelegenheit da ist”. Dann kann es eventuell bei dem Verzicht so sein, dass eine besondere Gelegenheit nie kommt. So gehen wir an die Sache ran. Nicht sagen, ich habe mein letztes Bier getrunken oder meine letzte Kartoffel gegessen. Außer beim Rauchen, bei der letzten Zigarette, dann muss es das sein. Ansonsten nicht.

Kathrin: Das ist schön, dass man da nicht so negativ rangehen sollte,  sondern eher sich sagen: “Ich mache jetzt was für meine Gesundheit und für mich”.

Bernd: Auch ehrlich zu sich selbst sein und man sollte mal auflisten, was man isst. Durch einige Dinge muss ich sagen, da muss man durch. Mein Arbeitskollege der sagte, dass er soviel Zucker in sich reingestopft hatte. Die ersten zwei Wochen waren nicht so schön, sodass er einen Zuckerentzug hatte. Jetzt ist er glücklich darüber, dass er von dem Stoff weg ist. Er steht absolut dazu, obwohl die Familie nicht so richtig mitzieht.

Kathrin: Das ist bei ganz vielen so.

Bernd: Da muss man durchhalten. Er sagte, seine Mutter – da hatte er im Garten geholfen oder so – die wusste das schon. Die hatte auch Low Carbtechnisches da.

Kathrin: Bernd, ich freue mich riesig, dass wir das angezettelt haben. Ich bin mega stolz auf Dich und freue mich auch über die Bilder, die Du vorhin geschickt hast. Die stelle ich zu dem Blogartikel dazu und jeder kann noch einmal nachgucken, wie das so ausschaut. Wer jetzt von außen irgendwie auf dieses Audio gestoßen ist, der kann auf LCHFBlog.de gucken, da ist ein Artikel über Bernd und seine Erfolge.

Das Coole bei euch Männern ist, dass ihr schon große Schritte macht. Genau wie bei Dir, mit 35 kg. Das ist wirklich in 1 ½ Jahren immer flott erreicht. Irgendwann kommt das berühmte Plato. Da sind wir Frauen ein bisschen neidisch und gucken dahin. Aber ich gönne es Dir von Herzen (beide lachen).

Toi, Toi, Toi auf Deinem weiteren Weg. Wir sind sowieso vernetzt und bleiben uns gewogen. Ich kann allen nur empfehlen: Macht es Bernd nach, weil das ein guter Lebensstil ist und es bringt viel für die Gesundheit.

Bernd, Dein Schlusswort!

Bernd: Man kann mich gerne ansprechen oder anfragen, wenn jemand was wissen will. Ich bin immer gerne bereit zu helfen.

Kathrin: Wir können auch, wenn ich das bei Facebook poste, unterhalb des Postes anbieten, wenn Du magst, dass Du da auch Rede und Antwort stehst. Wir haben jetzt über 50 Minuten. Da werden wir jetzt nichts rausschneiden, da wird vielleicht noch die eine oder andere Frage kommen. Dann können wir das gerne klären, dafür ist die Welt heute total vernetzt.

Bernd: Das können wir machen.

Kathrin: Danke, Bernd. Vielen, vielen herzlichen Dank für unser Gespräch.

Bernd: Ich danke Dir, dass Du mir zugehört hast.

Kathrin: Super gerne, das weißt Du doch. Es war wie immer ein Fest mit Dir zu sprechen. Also mach es gut und schöne Grüße in die ganze Welt. Low Carb High Fat, rock it!

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